Sieben lange Wochen : 31 Stunden Freizeit für die Nationalspieler

Seit sieben Wochen sind die deutschen Nationalspieler inzwischen gemeinsam unterwegs. Nach dem Sieg gegen England war endlich mal Zeit zum Abschalten - für genau 31 Stunden.

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Wer ist hier der Star?
Wer ist hier der Star?Foto: ddp

Arne Friedrich ist offenbar ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Auf seiner privaten Internetseite zeigt er hübsche Schnappschüsse aus Südafrika. Zu sehen sind nicht nur moderne WM-Stadien, sondern Bilder aus dem Hotel und auch Löwen, die bei einer Safaritour am vergitterten Lastwagen der Nationalmannschaft hochspringen. Und ein Bild zeigt ihn selbst, glücklich lächelnd, als ein sehr junger Löwe an seinem Finger schleckt. "Eine tolle Erfahrung", sagt Friedrich, 31, "wir kriegen ja sonst nicht wirklich viel mit vom Land."

Für 31 Stunden durften die Nationalspieler einmal abschalten, bis Dienstag, 23 Uhr, hatte Bundestrainer Joachim Löw ihnen freigegeben. Viele brachen gleich um 6 Uhr in der Früh auf zu einer Safaritour, andere schliefen einmal richtig aus, dösten auf ihren Zimmern, wieder andere besuchten die Familie. So sind auch einige Spielerfrauen auf eigene Kosten nach Südafrika gereist und wohnen in einem Hotel in Pretoria. Die Freundinnen von Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil, Jerome Boateng und Toni Kroos wurden schon in den WM-Stadien gesichtet.

Und nicht nur die. "Kuscheln ist bei mir nicht angesagt", erzählt Sami Khedira, 23, und lächelt. "Mein Bruder und mein Vater sind hier." Andere Nationalspieler berichten von Treffen mit Kumpels, die in Südafrika sind. "Eltern, Freunde, Frauen. Es ist schön, mal andere Gesichter zu sehen und abzuschalten", sagt Khedira. Seit sieben Wochen – inklusive der Trainingslager in Italien – sind die meisten Mitglieder des 70 Mann großen DFB-Trosses gemeinsam unterwegs; die Bayern-Spieler sind seit dem Champions-League- Finale vor fünf Wochen dabei. Ablenkung ist da willkommen. Auch die Argentinier hatten am Dienstag frei, wurden schon beim Shoppen gesichtet oder auf den Golfplätzen bei Pretoria.

Am Mittwoch dann ist das 4:1 der Deutschen gegen England vergessen, die Vorbereitung auf das WM-Viertelfinale beginnt, das am Sonnabend im 1500 Kilometer entfernten Kapstadt (16 Uhr) angepfiffen wird. Die Trainingseinheiten werden intensiviert, am Freitag steigt der Tross in die Chartermaschine ans Kap. Bis zum WM-Finale sind es dann noch acht Tage.

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