Slowakei - Italien : 24. Juni: Comeback des Großhirns

Um ein mögliches Ausscheiden in der Vorrunde abzuwenden, muss Weltmeister Italien heute im letzten Gruppenspiel gegen die Slowakei unbedingt gewinnen - und setzt dabei auf einen prominenten Rückkehrer.

Anders als bei der WM 2006 ist die Squadra Azzurra das Spiegelbild der Serie A, die sich, im Chaos versinkend, kontinuierlich von der Weltspitze weg entwickelt. Die Spieler verweigern sich dem Fußball und Marcelo Lippi gestikuliert dazu an der Seitenlinie wie eine Karikatur jenes Weltmeistertrainers, der die Italiener mit Erhabenheit über jeden Zweifel durch das Turnier in Deutschland geführt hat - obwohl es damals auch schon Probleme in der Serie A gab.

Lippis Comeback verkommt zu einem autodestruktiven Amoklauf. Italien spielt ohne System mit Spielern wie Fremdkörpern. So reichte es nicht einmal gegen Neuseeland zum Sieg. Um ein mögliches Ausscheiden abzuwenden, muss Italien heute um 16 Uhr unbedingt gewinnen.

Genau wie die bisher sieglosen Slowaken, die aber ausgerechnet jetzt ein geradezu italienisches Dramolett aufführen. Wie zuvor bereits sein Amtskollege Marcelo Lippi ging nun auch der slowakische Trainer Vladimir Weiss auf Journalisten los, beleidigte sie im Anelka-Slang und drohte ihnen sogar Schläge an. Die Zeitungen in der Slowakei forderten daraufhin seinen Rücktritt. Weiss sagte, was passiert sei, tue ihm leid. Aber: „Ich kann mich nicht entschuldigen, weil ich Fußball für Leute mache, die dieses Spiel lieben. Einige von Euch machen diesen Job nur, um Elend zu verbreiten.“

Nervosität macht sich breit. Auf beiden Seiten. Immerhin kehrt mit Andrea Pirlo das Großhirn der Italiener zurück. Sollte also der Verstand dieses Spiel entscheiden, haben die Italiener die besseren Chancen.

Slowakei: Mucha - Pekarik, Skrtel, Salata, Durica - Strba, Kozak, Hamsik, Weiss, Vittek - Sestak.

Italien: Marchetti - Zambrotta, Cannavaro, Chiellini, Criscito - De Rossi - Pirlo, Montolivo - Gilardino, Iaquinta, Pazzini.

Schiedsrichter: Howard Webb (England)

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