Spielentscheidende Duelle : Taktikschule: Wie Deutschland Argentinien schlagen kann

Unser Taktik-Experte Mathias Klappenbach deckt die Schwachstellen der Südamerikaner auf und erklärt, wie die deutsche Defensive Lionel Messi stoppen kann.

von
Grafik: Tsp/Bartel
Grafik: Tsp/Bartel

Wie stoppt man Lionel Messi? Bundestrainer Joachim Löw sagt, dass dies nur in Gemeinschaftsarbeit möglich sei. Mexiko versuchte es mit zwei sehr defensiven Mittelfeldspielern, die deutsche Mannschaft kann und will aber nicht gänzlich auf die offensiven Impulse von Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira verzichten.

So sind auch Arne Friedrich und Per Mertesacker gefordert, Messi zu stoppen, insbesondere wenn dieser von der rechten Seite parallel zur Strafraumgrenze nach innen zieht und – wie Hollands Arjen Robben – eine Schussmöglichkeit sucht. Die Innenverteidiger dürfen dabei aber keine Lücken für den umtriebigen Carlos Tevez lassen, der meist über links kommt, schneller als Mertesacker und eminent gefährlich ist. Und Friedrich bekommt es vor allem mit dem Strafraumstürmer Gonzalo Higuain zu tun, der oft lange nicht zu sehen ist, aber auch auf engstem Raum im entscheidenden Moment nur schwer zu stoppen ist und trifft.

Für ihr gefährlichstes Mittel, die einstudierten schnellen Konter, werden die Deutschen über außen nicht so viel Platz bekommen, da Argentiniens Außenverteidiger fast nicht am Offensivspiel teilnehmen und ihre Positionen halten. Das entlastet Lukas Podolski etwas von seinem Manko, der Defensivarbeit. Allerdings muss er Maxi Rodriguez (oder Juan Sebastian Veron, mit dem Argentinien mehr durch die Mitte spielen würde) bearbeiten, Schweinsteiger hat in der Zentrale genug Arbeit mit Messi. Er muss auch zusammen mit Khedira aufpassen, dass der Abstand zur Viererkette, wie teilweise im Spiel gegen England, nicht zu groß wird – mit diesem Loch wüssten alle argentinischen Angreifer etwas anzufangen.

Die Argentinier werden ihrerseits ihr besonderes Augenmerk auf Thomas Müller legen, dem Diego Maradona wohl den körperlich robusten Jonás Gutierrez anstelle des offensiven und bislang enttäuschenden Angel di Maria entgegenstellen wird. Müller könnte den Weg in die Mitte suchen, wenn es dort Mesut Özil gelingt, Argentiniens einzigen zentral defensiven Mittelfeldspieler Javier Mascherano nach außen zu locken. Auch Mascherano gehört auf seiner Position zu den besten der Welt, was man von Martin Demichelis nicht unbedingt sagen kann. Nach seinen Fehlern haben die Südamerikaner ihre bisherigen beiden Gegentore kassiert, darauf hofft auch sein Bayern-Vereinskollege Miroslav Klose.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben