Südafrika 2010 : Tipps zum WM-Ticketkauf

Ruhig bleiben, nicht nur heute gibt es WM-Karten. Das Internetportal ist bis 31. März geöffnet; Schnelligkeit ist nicht entscheidend, um in Südafrika 2010 dabeizusein. Hier ein paar Tipps.

André Görke
Fußball-WM 2010 - Bauarbeiten am WM-Stadion Soccer City
Freikarten erarbeitet. Die Bauarbeiter der WM-Stadien bekommen kostenlose Tickets - auch damit sie rechtzeitig fertig werden. -Foto: dpa

Was kosten die WM-Karten?


Gar nichts, null US-Dollar, kein Witz. Zumindest jene 120.000 WM-Tickets, die kostenlos unter den Südafrikanern verteilt werden (sogar fürs Finale, wobei das sonst mindestens 400 US-Dollar kosten würde). Die billigsten Tickets verkauft das WM-Organisationskomitee umgerechnet für elf Euro – bei der WM 2006 in Deutschland kostete die Fans die preiswerteste Karte 35 Euro. Der Haken: Auch diese Karten für elf Euro – etwa 450.000 Stück – erhalten nur Fußballfans, die am Kap wohnen. So wollen die Organisatoren sicherstellen, dass die Südafrikaner nicht nur Statisten im Land sind, sondern sich auch Karten für die WM-Spiele leisten können. Kurzum: Alle anderen, die zur Weltmeisterschaft reisen, müssen mindestens 80 US-Dollar für ein Spiel zahlen. Das Eröffnungsspiel im Sommer 2010 ist ab 200 US-Dollar zu sehen. Es findet in Johannesburg statt – vor etwa 96.000 Fans.

Wie melden sich Fans heute an?

Wie schon bei der WM 2006 gilt: Computer hochfahren, ins Internet gehen und bitte den Personalausweis bereit halten! Nur auf der Seite www.fifa.com werden Eintrittskarten von diesem Freitag an auch wirklich verkauft (mit Pseudo-Ticketagenturen – ohne Tickets – haben viele Fans bei der WM 2006 miese Erfahrungen machen müssen). Das Internetportal ist bis 31. März geöffnet; Schnelligkeit ist nicht entscheidend. Wie bei der WM 2006 werden die Karten unter den Bestellern verlost – und zwar am 16. April.

Sind heute alle Tickets im Angebot?

Nein, bei weitem nicht. Und das hat mehrere Gründe. Die WM-Stadien sind noch gar nicht fertig, die Organisatoren wissen nicht, wie viele Sitzplätze es genau geben wird. Mindestens 2,8 Millionen Karten sollen in den Verkauf gehen; davon stehen aber je zwölf Prozent pro Spiel den teilnehmenden Teams zu – die auch noch nicht feststehen. Auch die teuren Vip-Pakete werden aus diesem Kontingent bedient. Die Plätze für Medien und Ehrengäste sind herausgerechnet.

Darf man Reisebüros vertrauen?

Ja. Und das ist die wichtigste Änderung der Fifa zu den vorherigen Weltmeisterschaften, denn erstmals seit der Fußball-WM 1998 werden Karten wieder von Reiseagenturen angeboten, die von der Fifa ausgewählt wurden.
 
Womit reisen deutsche Fans?

Das ist völlig egal, Flüge nach Südafrika gibt es von Frankfurt und München (Berlins neuer Großflughafen mit Direktflügen öffnet leider erst am 1. 11. 2011 – und damit zu spät). Spontane Individualreisen wie zuletzt bei der WM in Deutschland oder auch bei der EM in den Alpenländer sind ja nur bedingt möglich, deshalb wird mit großer Nachfrage bei den sechs Reiseveranstaltern der Fifa gerechnet: Anhänger der deutschen Nationalmannschaft können sich laut Fifa an das beauftragte Frankfurter Unternehmen „Dertour“ wenden, das seit 50 Jahren Sportreisen organisiert. Zehn WM-Reisepakete, immer inklusive Tickets, werden nach dessen Angaben „ab Juli 2009“ in einem Sonderkatalog angeboten – samt Safari und Poolurlaub im Hotel, je nach Geschmack und Kontostand. „Einen Fanflieger, der mal eben kurz vor Anpfiff hin und schnell zurückfliegt, wird es nicht geben“, heißt es in der Dertour-Zentrale. Wer diese – vom Weltverband Fifa autorisierten – Angebote nicht verpassen will, soll eine Mail schreiben inklusive der Spielpaarungswünsche an diese Adresse: wm2010@dertour.de. Ist das deutsche Team nicht dabei, gibt es das Geld zurück. Reisen für Fans plant auch das Reisebüro des DFB – hat aber ebenfalls nur Karten im Falle der Qualifikation.
 
Wann geht der Verkauf weiter?

Die nächste Verkaufsphase findet vom 4. Mai bis zum 16. November statt; dann entscheidet die Schnelligkeit. Die ersten Karten haben übrigens schon ein paar tausend Herren sicher: Jeweils zwei Karten erhalten die Bauarbeiter, die die WM-Stadien errichtet haben. Das dürfte zudem ein guter Anreiz sein, rechtzeitig fertig zu werden bis zum 14. Juni diesen Jahres. Dann beginnt der Konföderationen-Pokal, das Testturnier ein Jahr vor der WM.

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