Taktikschule : Achtung Deutschland: So spielt Ghana

Deutschlands Gegner Ghana hat viele schnelle Spieler, die vorzugsweise über rechts angreifen. Tagesspiegel-Experte Mathias Klappenbach sieht daher viel Arbeit auf Holger Badstuber zukommen.

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Grafik: Tsp/Bartel
Grafik: Tsp/Bartel

22,49 Stundenkilometer – das war die Spitzengeschwindigkeit von Holger Badstuber beim 0:1 gegen Serbien. Ein ums andere mal überlief ihn sein Gegenspieler Milos Krasic, der es auf 30,02 km/h brachte. Eine beeindruckende Statistik. Die allerdings nicht viel aussagt, wenn man auf den Spitzenwert von Philipp Lahm bei dieser Weltmeisterschaft schaut: 21,88 km/h. Laufduell ist eben nicht gleich Laufduell, und es lag nicht nur an Krasics Schnelligkeit, dass Deutschlands linke Seite gegen Serbien so stark unter Druck stand. Im 4-2-3-1 sind die offensiven Außenspieler auch in der Rückwärtsbewegung gefordert, Lukas Podolskis Stärke liegt aber vorne.

So musste immer wieder Bastian Schweinsteiger Hilfe für Badstuber leisten. Das wird auch die Hoffnung der Ghanaer sein, die in den beiden bisherigen Spielen vor allem über rechts angegriffen haben – und durch die Mitte, in der Schweinsteiger nicht gleichzeitig sein kann. Nicht nur Kevin-Prince Boateng erobert mit seiner robusten bis harten Spielweise im Mittelfeld viele Bälle, welche sofort in die schwer ausrechenbare Offensive weitergeleitet werden. Dort ist Asamoah Gyan in der Zentrale viel unterwegs. Und zusammen betrachtet besitzen seine Geschwindigkeitswerte und die von Prince Tagoe, André Ayew und Boateng doch Aussagekraft: Die Ghanaer sind insgesamt schneller als die Deutschen. Die sollten gerade deshalb keine Lücken öffnen.

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