Taktikschule : Wenn nichts mehr geht, ist Robben Mittelstürmer

Unser Experte Mathias Klappenbach schaut vor dem Endspiel auf die Taktik der Finalisten. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei Bayern-Stürmer Arjen Robben.

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Grafik: Pieper-Meyer

Ein Kopfballtor hat Arjen Robben im Halbfinale gegen Uruguay gemacht, er konnte es selbst kaum glauben. Schon in der ersten Halbzeit war er immer wieder in die Sturmmitte rochiert, Robin van Persie oder der laufstarke Dirk Kuyt gingen dafür häufig auf den rechten Flügel. Robben drängte auch deshalb in die Mitte, weil er von außen nicht durchkam.

Und falls doch, hatten schon die Brasilianer im Viertelfinale gezeigt, wie man Robbens gefährlichsten Bewegungsablauf in den Griff bekommt: Er zieht gerne von der rechten Seite mit dem Ball am linken Fuß parallel zur Strafraumgrenze nach innen und sucht den Abschluss, der oft zu einem Tor führt. Die brasilianischen Abwehrspieler standen auf den ersten Blick falsch, sie verteidigten zu zweit zwei Meter weiter rechts stehend als üblich.

So blockten sie aber jeden möglichen Schussweg, die ihm angebotene rechte Seite zum Vorbeigehen nahm Linksfuß Robben nicht in Anspruch. Die Spanier werden es kaum anders machen. Neben Robbens Abschlüssen galten die Positionswechsel in der Offensive als gefährlichste Option. Sie klappten aber selten so wirkungsvoll wie gedacht, selbst dann nicht, als Rafael van der Vaart im Halbfinale als vierter offensiver Mittelfeldspieler kam. Mitentscheidend wird, was sich das Team gegen die nahezu perfekte Raumdeckung der Spanier ausdenkt.

Die haben gegen Deutschland mit dem offensiven Außenspieler Pedro starken Ersatz für den zentralen Stürmer Fernando Torres gefunden. Pedro zieht häufig in die Mitte und sucht den Abschluss ebenso wie der aufrückende Xabi Alonso – wenn sich keine andere Lücke findet. Erst einmal wird der Favorit aber mit seinem dominanten Kurzpassspiel eine suchen.

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