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Verletzungspech : Deutschland gegen England ohne Cacau

Bundestrainer Joachim Löw muss im WM-Achtelfinale gegen England auf Stürmer Cacau verzichten. Der Angreifer zog sich im Training eine Bauchmuskelzerrung zu, die seinen Einsatz unmöglich macht.

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Cacau muss gegen England passen.
Cacau muss gegen England passen.Foto: ddp

Die deutsche Mannschaft saß noch am Frühstückstisch, da war Helmut schon auf der Autobahn N 1 unterwegs nach Bloemfontein. Bitte, Helmut wer? Nun muss man wissen, dass sie in der Fußballbranche dem Stürmer Cacau, 29, diesen Spitznamen verpasst haben. Er ist in Brasilien geboren, trägt aber das deutsche Trikot mit der Nummer 19, da ist der urdeutsche Name doch eine hübsche Idee. Nur leider befand sich an diesem Samstagmorgen nicht der Stürmer auf der Autobahn, sondern das Fanzine „Helmut“, von denen die deutschen Fanbetreuer 1500 Exemplare verteilen. Der Fußballer Cacau saß im Ärztezimmer des Deutschen Fußball-Bundes.

„Er hat eine Bauchmuskelzerrung im Training erlitten und und wird gegen England nicht spielen können“, teilte Manager Oliver Bierhoff am frühen Morgen mit. Man hoffe zwar, dass er im „übernächsten Spiel“ wieder auflaufen könne, wie es Bierhoff mit einem selbstbewussten Lächeln formulierte, aber gegen England – keine Chance. Der 29-Jährige wird somit wohl am heutigen Nachmittag durch Miroslav Klose ersetzt, der im WM-Gruppenspiel gegen Ghana seine Gelb-Rot- Sperre abgesessen hatte.

Neben Bastian Schweinsteiger (siehe Text links) ist auch der Einsatz von Jerome Boateng fraglich, der über Schmerzen in der Wade klagt; eine Alternative wäre auf der linken Abwehrseite sein flinker Kollege Marcell Jansen, der beim 1:0 gegen Ghana für Boateng eingewechselt wurde. Oder doch wieder der Münchener Holger Badstuber, der allerdings gegen die schnellen Serben (0:1) behäbig wirkte.

Die Mannschaft flog am Nachmittag ins 500 Kilometer entfernte Bloemfontein, was übersetzt so viel heißt wie „Blumenfontäne“. Dort wurde sie noch einmal auf das große Duell vorbereitet. Chefspäher Urs Siegenthaler habe alle Spiele der Engländer gesehen „und ins Scouting auch den Schiedsrichter miteinbezogen“, wie Bierhoff sagte. Schiedsrichter der Begegnung ist Jorge Larrionda, 42, aus Uruguay – ein Mann, der gerne Hunde und Vögel züchtet, vor vier Jahren das WM-Halbfinale zwischen Portugal und Frankreich leitete und schon mal fünf Elfmeter in einem Spiel gepfiffen hat, was ja durchaus nicht von Nachteil sein muss, wenn Deutsche gegen Engländer spielen.

Die Sicherheitslage beim Achtelfinale in Bloemfontein sei „sehr entspannt“, teilte Michael Gabriel mit, Chef der Koordinationsstelle der deutschen Fanprojekte (siehe Seite 17). Größere Sorgen macht eher die Bettenkapazität in der Stadt im Landesinneren; 5000 gibt es – allein die Engländer reisen aber wohl mit mehr als 20.000 Fans an. Ähnlich viele werden wohl die Deutschen unterstützen, darunter sind aber viele hier lebende Studenten und Südafrikaner, „aus Deutschland selbst reisen bis zu 3000 Fans an“, sagt Gabriel.

Richtig Ärger hat in den letzten WM-Spielen sowieso nur einer gemacht – ein alter Mann, der schon lange in Südafrika lebt und munter eine Reichskriegsfahne hochhielt im Fanblock. Er wurde identifiziert und gebeten, mit seinem Stofffetzen zuhause zu bleiben.

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