WM-Aktuell : Spiele des Tages

Das Viertelfinale der WM steht an: Bevor Deutschland sich am Samstag Argentinien stellt, trifft Uruguay heute auf Ghana. Die Niederlande spielen gegen Brasilien.

Der Brasilianer Michel Bastos übt schon einmal für das Viertelfinale gegen die Niederlande.
Der Brasilianer Michel Bastos übt schon einmal für das Viertelfinale gegen die Niederlande.Foto: dpa

URUGUAY – GHANA

Viertelfinale, Soccer-City-Stadion, Johannesburg, 20.30 Uhr, live bei ARD/Sky

Zugegeben, es gibt geschichsträchtigere Klassiker des Weltfußballs als Uruguay gegen Ghana. Aus Ermangelung an großen Schlachten der Vergangenheit haben uruguayische Zeitungen den ermunternden Fakt ermittelt, dass Uruguay gegen afrikanische WM-Gegner stets drei Tore glückten: Dem 3:0 in der Vorrunde über Südafrika war 2002 ein 3:3 gegen den Senegal vorausgegangen. Und ganz unbekannt ist man sich nicht: Sieben Spieler standen sich vor einem Jahr bei der U-20-WM gegenüber, als Uruguay im Gruppenspiel gegen Ghana noch eine 2:0-Führung hergab und 2:2 spielte.

Die Euphorie beim Urzeitweltmeister Uruguay, der 1930 und 1950 triumphierte, ist jedenfalls grenzenlos. Denn die zurückliegenden Jahrzehnte waren für das Drei-Millionen-Einwohner-Land eher ernüchternd: seit vierzig Jahren nicht mehr im Viertelfinale, für drei der letzten vier WM-Turniere nicht qualifiziert. „Die Erfolge liegen ewig zurück. Wir müssen die Historie ruhen lassen und nach vorne blicken“, fordert deshalb Diego Forlan. Mit seinen zwei Treffern hat er dazu ebenso seinen Beitrag geleistet wie der dreifache Torschütze Luis Suarez. Uruguay ist längst mehr nur urwüchsige Umtreterei in der Defensive. Obwohl – die Zeitung „Últimas noticias“ nennt die starken Mittelfeldabräumer Diego Perez und Egidio Arevalo Rios „himmelblaue Traktoren“, die Ghanas Angriffe „auffressen“ sollen. Eine uruguayische Spielweise, die immerhin ein Klassiker des Weltfußballs wäre.

Schiedsrichter: Olegario Benquerenca (Portugal)

NIEDERLANDE – BRASILIEN

Viertelfinale, Nelson-Mandela-Bay-Stadion Port Elizabeth, 16 Uhr, live bei ARD und Sky

Der Rekordweltmeister aus Brasilien gibt sich betont respektvoll, die niederländische Elftal spuckt dagegen große Töne. Egal ob Arjen Robben, Eljero Elia oder Bondscoach Bert van Marwijk, sie alle sehen sich bereits im Finale. Genau genommen sehen sie sich alle sogar schon als Gewinner des Finales. „Wir wollen nicht nur mitspielen, wir wollen deutlich besser sein und die Seleção schlagen“, ließ der Trainer wissen. Und Hollands oberste Fußballinstanz Johan Cruyff konnte es sich selbstredend nicht verkneifen, das Spiel der Brasilianer als „Schande für die Fans und das Turnier“ zu verhöhnen. Kommt Hochmut wieder vor dem Fall? Es wäre nicht das erste Mal, dass die Niederländer Selbstbewusstsein mit Arroganz verwechseln. Darüber hinaus ist fraglich, woher diese Sicherheit kommt, traten doch bisher beide Mannschaften auf wie das berühmte gute Pferd, das nur so hoch springt, wie es muss. Zauberfußball hat auch die Elftal nicht gezeigt, souverän weitergekommen sind beide. Für die Europäer spricht, dass Arjen Robben wieder fit ist und auch Wesley Sneijder langsam in Fahrt kommt, während bei Brasilien Elano weiter verletzt ausfällt und Ramires gelbgesperrt ist. Ein Spektakel wie beim Halbfinale 1998, als Brasilien im Elfmeterschießen gewann, ist nicht zu erwarten, es sei denn Kaká findet seine lange verschollene Form wieder.

Schiedsrichter: Yuichi Nishimura

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