WM-Qualifikation : Adler ersetzt Enke

Der Leverkusener René Adler ist in der WM-Qualifikation bis auf Weiteres jetzt Joachim Löws Nummer eins im deutschen Tor.

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René Adler.Foto: ddp

Prominente besitzen ein eher zwiespältiges Verhältnis zu Kameras. Mal versuchen sie, sich ihnen mit aller Macht zu entziehen, in anderen Fällen aber kann es durchaus von Vorteil sein, sich ins Bild zu rücken. Joachim Löw, der Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft, hat am Wochenende beides erlebt. Am Samstag wurde er auf der Tribüne im Stuttgarter Daimlerstadion gesichtet, was das Vorurteil nährte, dass Löw seine Nationalspieler vor allem unter dem Aspekt der Wohnortnähe auswähle. Am Sonntag dann sah der Bundestrainer das Spiel zweier Mannschaften, die sich zuletzt ein wenig von ihm vernachlässigt fühlten. Aber beim Duell zwischen Leverkusen und Bremen konnte er immerhin zwei der drei Kandidaten beobachten, die bei den WM-Qualifikationsspielen in Russland und gegen Finnland für den erkrankten Torhüter Robert Enke einspringen können. Löw hat sich für den Leverkusener René Adler und gegen Tim Wiese von Werder Bremen entschieden – „immer vorausgesetzt, es passiert nichts Gravierendes“, wie Löw der „Bild“-Zeitung sagte. „René hat mein absolutes Vertrauen.“

Der Bremer Wiese und Manuel Neuer vom FC Schalke werden ebenfalls dem Kader für den Doppelspieltag am 10. und 14. Oktober angehören. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft aber bleibt der Konkurrenzkampf im Tor offen, auch Enke ist weiter im Rennen. „Er kommt wieder, ganz sicher“, sagte Löw. Der Hannoveraner leidet unter einer bakteriellen Infektion und musste deswegen schon für das Länderspiel gegen Aserbaidschan passen. „Robert ist absolut nicht abgeschrieben“, sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.

Ursprünglich sollte Enke in allen Qualifikationsspielen bis Ende des Jahres, auch in einer möglichen Relegation, die Nummer eins sein. Doch wie schon vor einem Jahr verpasst der Hannoveraner das Duell mit dem ärgsten Konkurrenten Russland. Vor dem Hinspiel hatte sich Enke das Kahnbein gebrochen, Adler kam beim 2:1-Sieg der Deutschen zu seinem Debüt – und wurde anschließend hymnisch gefeiert. Das hohe Niveau aber konnte Adler nicht durchgängig halten. Inzwischen hat der Leverkusener wieder zu alter Stärke zurückgefunden. „René hat sein kleines Tief in der vergangenen Rückrunde gut weggesteckt“, sagt Köpke. „Er spielt sehr souverän.“ (Tsp/dpa)

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