WM-Qualifikation : Gekas trifft, Pantelic feiert

Italien, Dänemark und Serbien bejubeln die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika. In der Türkei herrscht dagegen Katzenjammer.

Berlin - Die Geschichte kennen die Griechen schon, aber auch in der Wiederholung ist sie noch schön. Es ist die Geschichte vom Stürmer aus der Fußball- Bundesliga, der bei seinem Klub in Deutschland nur auf der Bank sitzt und bei der griechischen Nationalmannschaft die wichtigen Tore erzielt. Vor fünf Jahren hieß der Stürmer Angelos Charisteas. Bei Werder Bremen spielte er nicht, die Griechen aber schoss er mit seinen Toren zum EM-Titel. Am Samstag war es sein Landsmann Theofanis Gekas, Reservist von Bayer Leverkusen, der Griechenland die Chance auf die zweite WM-Teilnahme nach 1994 wahrte. Vier Tore erzielte er zum 5:2 (1:2)-Sieg gegen Lettland, der seiner Mannschaft zumindest die Aussicht auf die Play-offs wahrte. Den Gruppensieg wird sich wohl die Schweiz mit Trainer Ottmar Hitzfeld sichern. Dazu benötigt sie im letzten Spiel gegen Israel noch einen Punkt.

„Er hat gezeigt, was er kann“, sagte Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehhagel über Theofanis Gekas. In der WM-Qualifikation hat der Leverkusener jetzt neun Tore erzielt – nur Wayne Rooney war in Europa genauso erfolgreich. „Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, lieber sterben wir, als so unterzugehen“, sagte Gekas, der für Bayer in dieser Saison bei acht Einsätzen ganze 86 Minuten auf dem Feld stand und noch ohne Tor ist.

Während die Griechen vorerst nur Platz zwei in ihrer Gruppe feierten, sind einige Nationen schon weiter. In Belgrad wurde am Samstag bis tief in die Nacht gejubelt. Durch ein 5:0 über Rumänien sicherte sich die Mannschaft die WM-Teilnahme. Im offenen Bus ließ sich das serbische Team durch die Hauptstadt fahren, begleitet von Kolonnen hupender Autos, die bis in die Morgenstunden die Innenstadt verstopften. Mittendrin: Marko Pantelic, der frühere Stürmer von Hertha BSC, der das 2:0 für Serbien erzielte „Das war die schönste Nacht in der Geschichte des serbischen Nationalteams“, titelte die Zeitung „Press“.

Etwas Glück hatte Italien, das sich durch ein Tor von Alberto Gilardino vorzeitig für Südafrika qualifizierte. „Italien ist halt Italien“, sagte Irlands italienischer Trainer Giovanni Trapattoni, dessen Mannschaft gegen den Favoriten zweimal in Führung gegangen war. In letzter Minute aber traf Gilardino zum 2:2. Für Nationaltrainer Marcello Lippi ist das ein gutes Omen: „1982 und 2006 hat sich Italien ebenfalls einen Spieltag im Voraus qualifiziert und wurde danach Weltmeister.“ Während der Titelverteidiger in Südafrika dabei ist, muss der unterlegene Finalist von 2006 in die Relegation. Frankreich kann die Serben am letzten Spieltag nicht mehr von der Spitze ihrer Gruppe verdrängen, daran änderte auch der 5:0- Sieg gegen die Färöer nichts. „Besser in der Verlängerung zur WM als gar nicht“, sagte Stürmer Thierry Henry.

So wie die Türken, die bei der EM 2008 noch im Halbfinale standen, nun aber zum zweiten Mal hintereinander die WM-Endrunde verpasst haben. Nationaltrainer Fatih Terim will nach der 0:2-Niederlage in Belgien sein Amt aufgeben. Das WM-Qualifikationsspiel gegen Armenien am Mittwoch werde sein letztes Spiel als Nationalcoach sein. Auch Schweden muss sich wohl einen neuen Trainer suchen. Lars Lagerbäck kündigte nach der 0:1-Niederlage gegen Dänemark seinen Rücktritt an. Während die Dänen damit qualifiziert sind, hat Schweden als Dritter nur noch theoretische Chancen auf den Einzug in die Play-offs. Der große Favorit Portugal (3:0 gegen Ungarn) hat sich an den Schweden vorbei auf Platz zwei vorgeschoben und scheint doch noch mit dem Schrecken davonzukommen. Tsp/dpa

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