WM-Qualifikation : Rehhagels Griechen dabei, Russland draußen

Das griechische Nationalteam mit Trainer Otto Rehhagel hat sich für die WM qualifiziert. Russland scheitert an Außenseiter Slowenien. Frankreich, Portugal, Algerien und Uruguay sind in Südafrika dabei.

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Der fliegende Deutsche. Das griechische Team feiert Trainer Otto Rehhagel.Foto: AFP

Otto Rehhagel hat es mit den Griechen gegen die Ukraine geschafft, Portugal sich beim Außenseiter Bosnien durchgesetzt, die Slowenen überraschten mit ihrem Erfolg gegen Russland. Und am Ende gelang auch den Franzosen die glückliche Qualifikation. Am Mittwochabend wurden die letzten europäischen Tickets für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika vergeben.

Otto Rehhagel fährt 2010 zum ersten Mal zu einer Weltmeisterschaft. Der 71 Jahre alte Nationaltrainer siegte mit Griechenland 1:0 (1:0) in Donezk gegen die Ukraine. „Ich bin stolz auf meine Jungs. Ich habe ihnen gesagt: Kein Berg ist zu hoch – und sie haben mit Leidenschaft und Engagement gespielt“, sagte Rehhagel nach seinem 100. Länderspiel als griechischer Trainer. Das Hinspiel in Athen war 0:0 ausgegangen.

Dennoch setzte Rehhagel auf seine übliche Defensiv-Taktik und stellte eine Fünfer-Abwehrreihe sowie in Charisteas nur einen Stürmer auf. Nach einer halben Stunde brachte Dimitrios Salpingidis nach einem Traumpass von Giorgios Samaras die Griechen in Führung.

Die Ukrainer hatten während der gesamten Spielzeit einige Möglichkeiten, das Team um Andrej Schewtschenko und Anatoli Timoschtschuk von Bayern München scheiterte aber insgesamt an der massierten Abwehr des Teams von Otto Rehhagel. Nach 1994 nehmen die Griechen 2010 zum zweiten Mal an einer Weltmeisterschaft teil.

Abwehrspieler William Gallas hat Frankreich in der Verlängerung die WM-Teilnahme gerettet, als er zum 1:1 (0:1, 0:1) gegen Irland traf. Das Tor war äußerst glücklich, weil Thierry Henry den Ball zuvor mit der Hand gespielt hatte. Die Franzosen, die das Hinspiel in Dublin 1:0 gewonnen hatten, wirkten bemüht, die wesentlich besseren Chancen hatten aber die Iren, denen ihr Trainer Giovanni Trapattoni vor dem Spiel noch eine gute Chance auf die WM-Teilnahme gegeben hatte. Er lag damit durchaus richtig, denn auch nach dem Führungstreffer von Robbie Keane in der ersten Halbzeit hatten die Iren durch Damien Duff und Keane weitere große Möglichkeiten, die Überraschung zu schaffen. Am Ende waren die Franzosen einfach nur eine Mannschaft mit großem Glück.

„Angreifen wie hungrige Wölfe“ wollten die Bosnier laut ihrem Trainer Miroslav Blazevic. Doch das Team um die vier Bundesligaprofis Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), Vedad Ibisevic und Sejad Salihovic (beide TSG Hoffenheim) und Zlatan Bajramovic von Eintracht Frankfurt war nur zu Spielbeginn das bessere Team und verlor nach dem 0:1 im Hinspiel in Lissabon auch zu Hause in Zenica 0:1 (0:0) gegen Portugal.

Bei widrigen Platzverhältnissen kam es zum erwarteten Kampfspiel. Der Favorit, der ohne die verletzten Cristiano Ronaldo und Deco angetreten war, beherrschte das Spiel über weite Strecken und hatte die besseren Chance. Liedson und Nani vergaben in der ersten Halbzeit zunächst die besten davon. Zehn Minuten nach der Pause erzielte dann Raul Meireles das einzige Tor des Abends. Den Bosniern fiel ohne den verletzten Spielmacher Zvjezdan Misimovic wenig ein, um die Portugiesen entscheidend in Bedrängnis zu bringen.

Außenseiter Slowenien hat die WM-Serie von Russlands Star-Trainer Guus Hiddink gestoppt. Durch ein Tor von Zlatko Dedic (VfL Bochum) besiegten die Slowenen in Maribor den EM-Halbfinalisten Russland 1:0 (1:0) und sicherten sich nach dem 1:2 im Hinspiel am vergangenen Samstag in Moskau das WM-Ticket.

Während Sloweniens Fans die zweite Endrunden-Teilnahme nach 2002 frenetisch bejubelten, findet erstmals seit 1994 wieder ein WM-Turnier ohne Hiddink statt, der an den vergangenen drei Weltmeisterschaften mit den Niederlanden, Südkorea und Australien teilgenommen hatte und dabei zweimal das Halbfinale erreichte. Hiddink Spieler verloren angesichts des Rückstandes in der zweiten Halbzeit die Nerven. Alexander Kerschakow und in den Schlussminuten Juri Schirkow wurden des Feldes verwiesen. Zuvor hatte Schirkow die große Chance zum Ausgleich vergeben.

Antar Yahia vom VfL Bochum schoss Algerien zur Fußball-WM. Der Innenverteidiger des VfL Bochum erzielte in der 40. Minute mit einem sehenswerten Volleyschuss das einzige Tor beim 1:0 im Entscheidungsspiel der Afrika-Gruppe C gegen Ägypten. Die Flanke gab Karim Ziani vom VfL Wolfsburg. Das Spiel auf neutralem Boden im Sudan war nach dem 2:0 der Ägypter im letzten Gruppenspiel am vergangenen Samstag gegen die Algerier nötig geworden, weil danach beide Mannschaften punkt- und torgleich waren. Rund um dieses Spiel war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Gestern waren 15.000 Polizisten für die Sicherheit abgestellt, beim Spiel blieb es ruhig.

Als letzte Mannschaft hat sich Uruguay mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen Costa Rica die Qualifikation für die Fußball-WM 2010 gesichert. Die Tore in Montevideos ausverkauftem Centenario-Stadion erzielten Sebastián Abreu (69. Minute) für die Gastgeber und Walter Centeno (74.) für die Gäste.

Dem zweimaligen Weltmeister (1930 und 1950) Uruguay reichte für das ersehnte WM-Ticket ein Unentschieden, nachdem die Südamerikaner das Hinspiel der Relegationsrunde vergangenen Samstag in San José bereits mit 1:0 gewonnen hatten. Uruguay ist nach Brasilien, Paraguay, Chile und Argentinien das fünfte und damit letzte südamerikanische Land, das sich für die WM im kommenden Jahr in Südafrika qualifiziert hat.

Damit stehen die 32 Teilnehmer der Weltmeisterschaft fest. Die Vorrundengruppen für das WM-Turnier in Südafrika werden am 4. Dezember in Kapstadt ausgelost. (Tsp/dpa)

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