FUSSBALL : Zurück zum Sport

Nach der überraschend emotionsarmen Mitgliederversammlung konzentriert sich der Hamburger SV wieder auf den Pokal und die Liga.

Karsten Doneck

Hamburg - Ganz ohne Tumulte ging die Versammlung dann doch nicht über die Bühne. Aber sie waren anders als befürchtet, eher gemäßigt-harmlos. Als Mladen Petric vor Beginn der Mitgliederversammlung des Hamburger SV am Sonntag den Saal betrat, da entstand das, was Fußball-Schiedsrichter sofort als Regelverstoß ahnden: Rudelbildung. Der Torjäger tauchte unter in einer Menschentraube, bestehend aus Autogramm jägern, Reportern, Kamerateams und Fans. Petric nahm den Andrang gelassen. Und lieferte mit dieser Haltung eine gute Vorlage für den gesamten Versammlungsverlauf: Eine neue Gelassenheit ersetzte die Schimpfe des Wahlkampfs.

Der HSV hat die mit Spannung erwarteten Wahlen zum Aufsichtsrat ohne den von der Führung befürchteten Machtverlust des Vorstandschefs Bernd Hoffmann überstanden. Die vier Supporters, die als Hoffmann-kritische Gegenspieler in den Rat einziehen wollten, erhielten nur wenige Stimmen. Im neuen HSV-Aufsichtsrat steckt nun viel unternehmerische Kompetenz, was in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wohl kein Fehler ist.

Schneller als gedacht rückt damit beim Bundesliga-Vierten das Sportliche wieder in den Vordergrund. Die Mannschaft will heute gegen Zweitligist 1860 München ins Viertelfinale des DFB-Pokals einziehen und am Freitag mit einem Sieg über Bayern München in der Bundesliga-Tabelle am Meister vorbeiziehen. Nicht nur auf das Team, auch auf Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer wartet viel Arbeit. Fehleinkauf Thiago Neves soll nach Saudi-Arabien verkauft werden – und zwar für etwas mehr als die rund sieben Millionen Euro, die er die Hamburger im August 2008 gekostet hat.

Und dann sind da noch 20 Millionen Euro für Spielereinkäufe vorhanden. Das Geld stammt aus dem Transfer von Nigel de Jong zu Manchester City. Aus dem alten Aufsichtsrat kamen Stimmen, man möge doch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch Rücklagen bilden. Beiersdorfer sucht aber erst mal Ersatz für de Jong und vielleicht noch die eine oder andere weitere Verstärkung. Gestern lieh der HSV schon mal Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng von Borussia Mönchengladbach bis Saisonende aus. Karsten Doneck

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