Fußballer und ihre Essgewohnheiten : Milanese für Messi

Unser Autor weiß, was die großen Stars gerne essen. Nun hofft er auf ein Engagement als Fleischdealer.

Lionel Messi mag gerne Fleisch und Cola, darf das aber nicht so oft zu sich nehmen.
Lionel Messi mag gerne Fleisch und Cola, darf das aber nicht so oft zu sich nehmen.Foto: AFP

Schweinefleisch ist die neue Währung. Jedenfalls unter Trikotjägern. Heiße Ware, sozusagen. In San Sebastian wurde Sergio Ramos neulich ein Stück Lende angeboten. Lomo en manteca, eine Spezialität aus Ramos’ Heimat Andalusien, deren bloßer Anblick genügt, um dem Verteidiger das Wasser in den Mund zu treiben. Der Mann, der die Leckerei auf einem Plakat versprach, wünschte sich als Gegenleistung das schwitzige Trikot des Kapitäns von Real Madrid. Beide Parteien einigten sich schnell, der Besucher drückte bald selig den nassen Stofffetzen an seine Brust und Ramos begab sich mit einem Stück Fleisch in der Hand auf die Ehrenrunde.

Nun, da ich weiß, dass einer der besten Fußballspieler unserer Zeit, der noch dazu als einer der bestbezahlten gilt (angeblich hat Ramos im vergangenen Jahr insgesamt 82 Millionen US-Dollar aus diversen Quellen eingenommen), sein letztes Hemd gibt für abgepacktes Schwein, überlege ich, wie ich mir die kulinarischen Vorlieben seiner Kollegen zu Nutze machen könnte. Gerade studiere ich Rezepte für Milanese alla napoletana. Das ist paniertes Schnitzel in Tomatensauce mit Schinken und Käse. Es gab mal eine Zeit, da ernährte sich Lionel Messi ausschließlich davon. Lange bevor ihn Pep Guardiola mit seiner Fisch-und-Gemüse-Manie kirre machte. Wenn ich also mit so einem Tomatenschnitzel in der Tasche ins Camp Nou reise, vielleicht wird er ja wieder rückfällig, engagiert mich als seinen Fleisch-Dealer und gibt mir nebenbei unzählige und unschätzbar wertvolle Interviews, während wir jeden Abend Milanese konsumieren und uns literweise Coca Cola (Messis Lieblingsgetränk) reinschütten.

Erst einmal geht es aber nach Hamburg. Dort spielt einer, der auch mal hier in Berlin kickte, bei Hertha BSC. Die Mitspieler benannten ihn damals nach seinem Lieblingsessen, für das er eine offensichtliche Schwäche hatte. Auf meiner Liste der leicht zu ködernden steht er ganz oben. Hackfleisch und Käse hab ich schon gekauft, der Backofen ist vorgeheizt auf 200 Grad. Lasagne ist leicht gemacht.

Sebastian Stier schreibt an dieser Stelle über Fußball im Ausland, Dirk Gieselmann über Fans und Stefan Hermanns beschäftigt sich in seiner Kolumne mit dem Inland.

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