Sport : Fußballfunktionäre: Rechte Worte zur rechten Zeit

Man muss es wohl so nüchtern sagen, die Welt, zumindest die deutsche und darin die, die sich um Fußball dreht, hat sich wieder in der Normalität eingenistet. Manch Fußball-Schaffender erhebt wieder die Stimme und heraus kommt - das ist eben die Normalität - nicht allzu viel. Gerhard Mayer-Vorfelder zum Beispiel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, hat jetzt zwei Wochen geschwiegen, unter anderem dazu, dass die Bundesliga keine Auszeit nehmen wollte, als es der Anstand geboten hätte und dazu, dass die europäische Champions-League zunächst mal fröhlich weiterspielte, als in New York die Menschen starben. Dafür hat er sich nun zu Wort gemeldet in dem Beritt, in dem sich der einstige Landespolitiker auch besser auskennt, im Fußball. Er glaube, so der Präsident, nicht mehr an eine direkte Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan. Bravo, ein rechtes Wort zur richtigen Zeit, dem ist wohl so.

Und Franz Beckenbauer, sozusagen der Präsident des Präsidenten, hat sich auch gemeldet und kund getan, wie denn so eine Qualifikation doch noch zu schaffen sei. Mit Ulf Kirsten nämlich, dem für Bayer Leverkusen treffsicheren Mittelstürmer. Dem Bundestrainer Rudi Völler hat er folgerichtig geraten, Kirsten für künftige Einsätze im Nationalmannschaftstrikot aufzubieten. Rein fußballtechisch gesehen macht das allerdings nicht so viel Sinn. Kirsten ist inzwischen 35 Jahre alt, mithin keine Option auf die Zukunft. Treffsicher ist er, das ja, für Leverkusen. In der Nationalmannschaft war er, von seltenen Ausnahmen abgesehen, hingegen meist sehr treffunsicher. Und außerdem ist Kirsten ein Strafraum-Stürmer, ein Wühler vor dem Tor - ob die deutsche Mannschaft aber auch mal in die Nähe dieses Strafraumes kommt, ist doch gar nicht gewiss. Gut, das war jetzt gemein, so schlecht sind Völlers Männer gar nicht und für eine Qualifikation ganz ohne Einmischung allemal gut. Aber war doch auch schön, dass man mal darüber geredet hat. Schließlich wollen Fußball-Funktionäre auch in widrigen Zeiten mal zu Wort kommen.

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