Sport : Fußballgott im Abseits

Der 1. FC Union verliert sein letztes Saison-Heimspiel 0:1

Karsten Doneck

Berlin. André Rolle gab das Stichwort. „Daniel!“ rief der Stadionsprecher ins Mikrofon. Die Nennung des Vornamens verfehlte die erwünschte Wirkung nicht. Aus dem Fanblock des 1. FC Union hinter dem Tor schallte prompt ein mächtiges „Teixeira – Fußballgott!“ als Antwort. Daniel Teixeira, Fußballgott, hat vor zwei Jahren Union fast alleine zum Aufstieg in die Zweite Liga geschossen. Der Stürmer tauchte gestern wieder im Stadion an der Alten Försterei auf – im Trikot von Eintracht Braunschweig. Und wurde trotzdem gefeiert. Er war aber auch ein höflicher Gast. Die stark abstiegsgefährdeten Braunschweiger gewannen zwar verdient 1:0 (1:0) bei Union, aber Teixeira hielt sich vornehm zurück, fiel allein dadurch auf, dass er häufig im Abseits stand.

Braunschweig nutzte mit dem Sieg seine Minimalchance, im Abstiegskampf vielleicht doch noch zu bestehen. Das Siegtor von Jürgen Rische nach einer halben Stunde versetzte die rund 4500 mitgereisten Eintracht-Fans unter den 13 700 Zuschauern in solchen Freudentaumel, als wäre der Klassenerhalt der Niedersachsen damit bereits perfekt. „Die Braunschweiger haben um jeden Zentimeter gekämpft“, sagte Unions Torjäger Steffen Baumgart anerkennend.

In dem niveauarmen Spiel kam Union erst nach der Pause in Tritt. „Wir hatten in der zweiten Hälfte mehr Ballbesitz, aber viel rausgekommen ist dabei nicht“, gestand Trainer Mirko Votava. Baumgart scheiterte mal am Innenpfosten des Eintracht–Tores, das war fast das ganze Offensiv-Theater.

Einige Union–Profis verabschiedeten sich mit diesem Spiel aus der Alten Försterei. Zum Beispiel Steffen Menze. Eher unsentimal fiel sein Fazit aus. „Es war eine schöne Zeit, aber irgendwann ist sie eben auch vorbei“, sagte er. Kein Abschiedsschmerz? Keine Wehmut? „Das kommt vielleicht später, wenn man mal wieder in dieses Stadion einläuft.“ Mit welchem Klub Steffen Menze mal wiederkommen wird, da schweigt er. „Abwarten“, sagt er bloß.

Die neue Saison wurde auch bei Präsident Heiner Bertram nach der Partie zum Thema. „Union – das ist immer auch Kampfgeist und Einsatzbereitschaft, davon wollen wir in der nächsten Saison mehr bieten.“ Welch ein schönes Versprechen. Ist es aber auch umsetzbar?

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