Sport : Fußballgucken mit gemischten Gefühlen

FRIEDHARD TEUFFEL

Mit vier Berlinern kämpft Hertha BSC um den Verbleib in der Zweiten Tischtennis-BundesligaVon FRIEDHARD TEUFFEL BERLIN. In der ersten Tischtennis-Mannschaft von Hertha BSC steckt noch drin, was das Etikett verspricht: Berlin.Vier der sechs Zweitligaakteure haben das Tischtennisspielen in Berlin gelernt."Das sucht in der Bundesliga seinesgleichen", sagt Nico Popal, einer von ihnen.Die Beschäftigung von Einheimischen ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil nach dem Bosman-Urteil gerade im Tischtennis ausländische Spitzenkräfte ihre Handarbeit zu günstigsten Konditionen anbieten.Im Wettbewerb mit den "Klassenkameraden", die teilweise fünf Ausländer gemeldet haben, hoffen die Berliner dennoch zu bestehen."Wir haben eine gute Chance, in der zweiten Liga zu bleiben", sagt Herthas Nummer drei, Andy Römhild. Unterstützt werden die Berliner Römhild, Popal, Markus Lietzau und Patrick Strahl dabei durch den ehemaligen chinesischen Einzelmeister Wan Guohui und den norwegischen Ranglistenfünften Raymond Gonzales.Nach dem vierten Spiel kann auch noch der schottische Nationalspieler David Hannah eingeflogen werden.Die Saison ließ sich für den Aufsteiger gut an: Einer erwarteten 3:9-Niederlage in Hamm folgte ein unerwarteter 9:4-Erfolg beim PSV Oberhausen.Beim ersten Heimspiel (Sonnabend 16 Uhr, Sporthalle Bernauer Straße) empfängt Hertha mit der TTG RS Hoengen eine der drei Mannschaften, die der Konkurrenz weit entrückt sind.Dahinter beginnt der Verteilungskampf.Die letzten beiden Plätze werden aller Voraussicht nach Tündern und Kinderhaus belegen.Das bedeutet: Der dritte Absteiger ist noch offen. Vor einem frühen Rutsch in den Abstiegsstrudel graut es keinem bei Hertha BSC."Ich habe noch nie eine Mannschaft gehabt, die soviel trainiert", erklärt Gerd Welker, der die Abteilung 1963 gegründet hat und seitdem ohne Unterbrechung die Geschäfte führt.Ein Teil der Mannschaft absolviert seine Übungsstunden mehrmals täglich, und vor allem die jungen Spieler Römhild, Lietzau und Strahl sind für ihren Ehrgeiz und Trainingsfleiß bekannt. Ehrgeiz gehört aber auch zu den Eigenschaften des Abteilungsleiters."Ich bin mit dem Satz angetreten: Ich mache einen Deutschen Meister", sagt Gerd Welker."Dazu stehe ich heute noch." Der Verkäufer von Radiogeräten ist sich bewußt, daß er dafür eine kräftige Aufstockung des Etats durch den Hauptverein benötigt.Einen Großsponsor zu finden, wie es damals Super-Donic Berlin gelungen war, ist ebenso unmöglich wie hunderte kleiner Gönner, die dem Damen-Bundesligisten Berliner TSC zu seinem Erfolg verholfen haben.Welker hofft auf den Erfolg von Herthas Fußballern und Geschick bei den Verhandlungen mit dem Präsidium, um eine Aufstiegsmannschaft zusammenstellen zu können.Seine Mannschaft verfolgt die Leistungen der Vereinskollegen dagegen mit gemischten Gefühlen.Sollte den Hertha-Kickern der Klassenerhalt gelingen und das Präsidium den Tischtennis-Etat erhöhen, müßten sich einige von ihnen einen neuen Verein suchen.Hertha BSC Berlin wäre dann ein zusammengewürfeltes Bundesliga-Team wie jedes andere auch.Mit vier Berlinern kämpft Hertha BSC um den Verbleib in der Zweiten Tischtennis-Bundesliga

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