Sport : Fußballvereine zittern angeblich ohne Grund

Die drohende Insolvenz der Kinowelt würde kaum direkte Auswirkungen auf die Sportwelt haben, welche die Vermarktungs- und TV-Rechte an rund einem Dutzend Klubs aus den ersten drei Fußball-Ligen hält. Dies ist jedenfalls die Ansicht von Heinrich Brands, dem Geschäftsführer der Sportwelt. "Die Kinowelt hält an der Sportwelt ja nur einen minimalen Anteil. Außerdem haben wir schon vor Wochen betont, dass wir einen strategischen Investor suchen, der einen Teil der Anteile übernimmt. Der ist jetzt gefunden. Ich denke, dass wir unseren neuen Partner Anfang des Jahres vorstellen können", sagte Brands dem Sport-Informations-Dienst (sid). Ob dies allerdings nur eine Beruhigungspille für Fans und Vereine ist oder die ganze Wahrheit, ist fraglich. Gut möglich, dass die Sportwelt taktiert, um nicht noch mehr Unruhe zu erzeugen. Dann wäre nicht ausgeschlossen, dass es doch noch zum großen Knall kommt.

Nach sid-Informationen hält die Kinowelt zehn Prozent der Sportwelt-Anteile, der Rest befindet sich im Privatbesitz der Brüder Michael und Rainer Kölmel. Dass die Kölmels nach der Talfahrt ihrer Kinowelt-Aktien das Engagement bei der Sportwelt zurückfahren wollen, ist nachvollziehbar.

Die Sportwelt war in die Schlagzeilen geraten, als sich mehrere Vereine über schleppende Zahlungen, Nicht-Einhaltung von Verpflichtungen und mangelnde Unterstützung bei Problemen rund um die Lizenzerteilung beklagten. Borussia Mönchengladbach hat einen Kredit der Sportwelt über 15 Millionen Mark gekündigt und muss dieses Darlehen bis 24. Dezember zurückzahlen.

Allerdings drohen juristische Auseinandersetzungen zwischen den Parteien. Geschäftsführer Brands sagt dazu: "Die Sportwelt kommt ihren Verpflichtungen nach. Allerdings können wir nicht die Melkkuh der Profivereine sein. Richtig ist, dass wir die Mittelverwendung stärker kontrollieren und verstärkt darauf pochen, dass die Summen, die uns vertraglich zustehen, auch wirklich an uns zurückgeführt werden."

Der Bau und Betrieb des WM-Stadions in Leipzig ist durch die mögliche Pleite der Kinowelt auf keinen Fall gefährdet. Gleich nachdem die Kölmel-Gruppe den Zuschlag bekommen hatte, musste sie die Hälfte der finanziellen Beteiligung auf einem Treuhandkonto hinterlegen und den Rest durch eine Bürgschaft absichern. Dieses Geld steht Leipzig damit auf alle Fälle zur Verfügung.

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