Sport : G14: Harsche Kritik an Fifa und Uefa

Im Existenzkampf gegen die von der Europäischen Union (EU) geplanten Abschaffung von Ablösesummen droht die Spaltung zwischen den europäischen Großvereinen und den Dachverbänden. Die Ausbootung beim Krisengipfel zwischen Internationalem Fußball-Verband Fifa, der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und Vertretern der EU ist bei den Spitzenvereinen auf harsche Kritik gestoßen. Weil sie zudem kein Vertrauen mehr in die Politik von Fifa-Chef Sepp Blatter haben, wollen die zur G14 vereinten Spitzenclubs nun unter Umgehung der Dachverbände selbst mit den EU-Kommissaren in Verhandlungen über die künftige Vertragsgestaltung im Profi-Fußball treten. Dies bestätigte Karl-Heinz Rummenigge, Vize-Präsident des FC Bayern und führendes Mitglied der G14.

"Die Fifa übernimmt überhaupt kein wirtschaftliches Risiko, sondern die Clubs. Sie machen die Verträge mit den Spielern, nicht Herr Blatter. Es kann aber nicht sein, dass man Dinge ändert, ohne je mit den Arbeitgebern gesprochen zu haben", erklärte Rummenigge. Als ersten Schritt beschlossen die Großklubs, ihren ständigen Sitz in der EU-Metropole Brüssel zu installieren. "Dies ist ein Zeichen, denn die EU spielt eine entscheidende Rolle", so Rummenigge.

Die Brüsseler Kommissare wollen, dass Profis jederzeit mit einer bestimmten Kündigungsfrist den Verein wechseln können. "Wenn das kommt, befürchte ich: Gnade Gott, Fußball", sagte Rummenigge. In diesem Fall prophezeite er noch drastischere Konsequenzen als beim Bosman-Urteil, das die Fußball-Welt einschneidend veränderte. "Dann wird jede Planung unmöglich", erklärte Rummenigge.

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