Sport : Gänseblümchen pflücken

Hartmut Scherzer

Klaus Toppmöller kennt die Spottgesänge in der Fremde: "Ihr werdet nie Deutscher Meister." Die eigenen Fans, bemerkte der Leverkusener Trainer sarkastisch, würden mitunter einstimmen. Landauf, landab herrscht eben immer noch die Meinug vor, dass es Bayer Leverkusen wieder nicht packen wird.

Wenn sich die Feind- und Freundgemeinde da diesmal nicht irrt. Denn zwischen Juventus Turin und Deportivo La Coruña in der Champions League hatte Bayer Leverkusen leichtes Spiel, die Tabellenführung der Bundesliga souverän zu verteidigen, ja den Vorsprung gegenüber den Bayern sogar auf fünf Punkte auszudehnen. An diesem "ganz wichtigen Spieltag", so Toppmöller, tat seine Mannschaft einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft. Dazu reichte sogar die halbe Kraft, um einen erschreckend harmlosen VfB Stuttgart leicht und locker mit 2:0 zu besiegen.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Als der spielerisch und taktisch eindeutig überlegene Spitzenreiter das Tempo in diesem trostlosen Spiel kurz vor der Pause etwas anzog, ein bisschen aufdrehte, fielen prompt die beiden "blitzsauberen Tore", so Toppmöller, durch den "zweiten Sturm" Thomas Brdaric und Dimitar Berbatow. Beide hatten schon am Dienstag beim 3:1 über Juventus Turin gezeigt, dass sie weitaus mehr sind als Reservisten.

Die Gelb-Rote Karte, schon die dritte in dieser Saison, für den fahrlässigen Stuttgarter Abwehrchef Marcelo Bordon nach einem Bodycheck gegen Jens Nowotny blieb der einzig weitere "Höhepunkt" in einem denkbar einseitigen Spiel. Der VfB hatte in den neunzig Minuten keinen Eckball und sage und schreibe eine Chance zwischen den beiden Gegentoren. Doch Jochen Seitz, obwohl völlig frei, traf das Tor nicht. Der Leverkusener Torwart Hans-Jörg Butt hätte an diesem sonnigen Nachmittag Gänseblümchen pflücken können. Dabei hatte Toppmöller erwartet, "dass es in Stuttgart sehr schwer werden" würde. Der Trainer hatte "weniger auf einen Sieg gehofft", sondern wäre mit einem Punkt sogar zufrieden gewesen.

Doch bei diesem Entgegenkommen des VfB konnte seine Mannschaft gar nicht anders, als endlich mal wieder auswärts zu gewinnen. Erstmals seit dem 17. November. Toppmöller lobte die "taktische Reife" seiner Spieler, die es nur versäumt hätten, in der zweiten Halbzeit die vielen Konterchancen zu weiteren Toren zu nutzen.

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