• Galatasaray-Trainer Terim ist ein Schüler Jupp Derwalls und der Kaiser vom Bosporus

Sport : Galatasaray-Trainer Terim ist ein Schüler Jupp Derwalls und der Kaiser vom Bosporus

Seyfi Alp

Wer ist schon Hertha BSC? Niemand - in den Augen der türkischen Öffentlichkeit. Als Galatasaray Istanbul mit den Berlinern in die Gruppe H der Champions League gelost wurde, haben sich die türkischen Fans gefreut. Allgemeiner Tenor: Wenn schon eine deutsche Mannschaft, dann am liebsten Hertha.

Faith Terim sieht das ein wenig anders. "Hertha BSC war Dritter in der Bundesliga, und das ist die stärkste Liga in Europa", sagt der Trainer von Galatasaray. "Für mich sind die Berliner genauso gefährlich wie der AC Mailand. Aber am Mittwoch sollen sie vor uns Angst haben." Terims Wort hat Gewicht. Er ist noch von Jupp Derwall angelernt worden, als dieser nach dem Debakel bei der EM 1984 einen Job bei Galatasaray angetreten hatte. Seit er die Türken 1996 zur EM-Endrunde führte, nennen sie Terim den "Kaiser vom Bosporus". Dreimal in Folge ist er mit Galatasaray Meister geworden - das muss ihm erst mal einer nachmachen. Jetzt hat er ein neues Ziel: das Viertelfinale in der Champions League.

Dass die Mannschaft zur rechten Zeit in Form gekommen ist, hat sie am Sonnabend gezeigt. Nach der durch das Erdbeben bedingten langen Pause in der türkischen Liga fegte Galatasaray den Gegner Ankaragücü mit 5:0 vom Platz. Überragender Mann auf dem Platz war der 34-jährige Rumäne Georghe Hagi, der zwei Tore schoss und ein weiteres vorbereitete.

Der vermeintlich gefährlichste Stürmer ging mal wieder leer aus. Hakan Sükür hat sein letztes Tor vor 122 Tagen geschossen. "Alle Abwehrspieler wollen mich stoppen", klagt Hakan Sükür. "Sie glauben, wenn sie gut gegen mich gespielt haben, wird sich ihr Wert verdoppeln. Manchmal muss ich gleich gegen drei Verteidiger auf einmal spielen." Zudem drücken ihn private Sorgen. Sükür verlor beim verheerenden Erdbeben in der Türkei viele Freunde und Verwandte, auch seine Eltern. Lange hat er mit sich gekämpft und dann entschieden, den Schmerz auf dem Fußballplatz zu bekämpfen. Beim 5:0 gegen Ankaragücü zählte er auch ohne Torerfolg zu den Besten.

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