• Galopprennen in Hoppegarten: Feldbusch, Waalkes, de Angelo oder Michalczewski - wer von Sunderlands Besitzern wird auftreten?

Sport : Galopprennen in Hoppegarten: Feldbusch, Waalkes, de Angelo oder Michalczewski - wer von Sunderlands Besitzern wird auftreten?

Ingo Wolff

Wenn Sunderland auf deutschen Galopprennbahnen auftaucht, herrscht stets helle Aufregung. Zwar ist der dreijährige Hengst nicht der Schnellste unter den Vierbeinern, derzeit aber der Gefragteste. Da Sunderland selbst naturgemäß keine Interviews gibt, müssen das seine Eigner für ihn übernehmen - und die tun das mit Vorliebe. Denn die Besitzergemeinschaft von Sunderland besteht aus zwölf Prominenten, die jede Möglichkeit nutzen, um sich mit und ohne Pferd ins rechte Bild zu rücken. So wie in Baden-Baden, wo sowohl Verona Feldbusch als auch Otto Walkes keine Kamera ausließen, um sich vor dem ersten Saisonauftritt ihres Hengstes als Galoppsportexperten zu präsentieren. Auch Boxprofi Dariusz Michalczewski und Heiner Lauterbach haben Anteil am Galopper aus dem Stall Schwindelfrei. Ob die Schwindelfreien heute in Hoppegarten (Beginn 14.30 Uhr) auflaufen, blieb bis zum Schluss ein Geheimnis.

Schwindelfrei muss sich deshalb nur Andreas Suborics zeigen. Er wird beim 110. Großen Preis von Berlin in den Sattel steigen und für die eloquente Besitzergemeinschaft um die 60 000 Mark Siegprämie reiten. Doch das wird nicht so ganz einfach. Immerhin tritt mit dem US-Amerikaner Tertullian der Titelverteidiger bei diesem Gruppe-III-Rennen (Start 17.05 Uhr) an. Jockey Terrence Hellier wird alles daran setzen, mit dem fünfjährigen Fuchshengst den Vorjahressieg zu wiederholen. Außerdem dürfte auch Arc Royal, der von Marc Timpelan geritten wird, ein gefährlicher Gegner sein. Schließlich hatte der dreijährige Hengst in Baden Baden die Nase vor Sunderland im Ziel. Zum Entsetzen selbst von Trainer Andreas Wöhler. Vielleicht erschien deshalb beim zweiten Rennen in Hamburg nur noch Michalczewski auf dem Geläuf. Auch Nino de Angelo, der auch zu den Schwindelfreien gehört, wollte sich nicht anschauen, wie der Hengst unter seinen Möglichkeiten ins Ziel kam.

Doch Sunderlands Stallgemeinschaft ist im Galoppsport keine Ausnahme. Es gibt weitere prominente Pferdebesitzer, die gerne das Flair der Rennbahnen genießen. Meist tauchen sie aber im Trubel der Wetteifrigen unter und geben ihre Leidenschaft nicht vor jedem Mikrofon preis. Schließlich heißt Pferdebesitz auch Geldbesitz. Schon die Anschaffung kann - wie im Fall Sunderland - leicht 260 000 Mark betragen. Für diese Summe ersteigerte die Besitzergemeinschaft den Hengst im Mai auf einer Kölner Auktion. Vom kostenintensiven Unterhalt, der schnell 2500 Mark im Monat betragen kosten, ganz abgesehen. Deshalb gehen namhafte Besitzer zwar gern auf die Rennbahn, halten sich aber lieber im Hintergrund oder auf der Vip-Tribüne auf. Andreas Jacobs, Enkel des Bremer Kaffeeimperiumgründers, Hotelier Albert Steigenberger oder Susanne Porsche sowie der ehemalige Regierungssprecher Peter Boehnisch gehören zu dieser illustren Gesellschaft. Auch von Fußball-Nationalspieler Dieter Hamann ist bekannt, dass er in Vollblüter investiert. Er kam durch den Eishockeyspieler Thomas Brandl zum Pferd, der wiederum ein Freund von Turf-Agent Manfred Hofer ist.

Ähnlich verlief die Akquisition bei Sunderland. Die Idee hatte Hofer, der gemeinsam mit dem Bild-Unterhaltungschef Manfred Meyer nach einer PR-trächtigen Galoppsportgemeinschaft trachtete. So kamen jene Prominenten nach und nach zusammen, die nun abwechselnd bei den Renntagen erscheinen und Aufmerksamkeit erzeugen. Nächste Station: Hoppegarten?

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben