Sport : Gans gegen Wildsau

Richard Leipold

über Rudi Assauers falsche Strategie im Titelkampf Wenn Schalke 04 den FC Bayern München im Kampf um die deutsche Meisterschaft herausfordert, könnte es nicht nur spannend werden, sondern vor allem lustig. Das hat schon das jüngste Rededuell zwischen Rudi Assauer und Karl-Heinz Rummenigge gezeigt. Ihr Streit ging noch nicht um die Tabellenspitze, sondern um die Präsenz auf dem Bildschirm. Die ARD hat beschlossen, zum Rückrundenstart das Spiel Bayern gegen Hamburg live zu übertragen und nicht Schalke gegen Bremen. Schalkes Manager Assauer ereiferte sich gewohnt rustikal: „Sollen Sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und den fetten Gänsen auch noch den Arsch schmieren.“ Aber derb kann auch Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge: „Was kümmert es die Eiche, wenn sich eine Wildsau daran reibt?“

Gans gegen Wildsau, so gefällt das den Bayern. Jetzt haben sie endlich wieder einen Gegner, der offensiv spielt und dabei manchmal die Deckung vernachlässigt. In der vorigen Saison mussten sie sich mit den kühlen Bremern herumschlagen, dem stoischen Trainer Thomas Schaaf und dem smarten Manager Klaus Allofs. Da gab es nicht viele Reibungspunkte. Assauer hingegen ist für die Bayern ein berechenbarer Herausforderer. Seine Beschwerde über die Vergabe des Live- Spiels zeugt von Neid. Die Missgunst der Konkurrenz aber hat die Münchner schon immer zu besonderen Leistungen angespornt. Wer sich über Privilegien der Bayern beklagt und sich auf Rededuelle mit ihnen einlässt, der hat schon fast verloren.

Wenn Assauer aber mehr will als unterhalten, sollte er seine Strategie ändern.

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