Sport : Ganz nah am Schweinchen

Der Boule Club Kreuzberg wirft erstklassig Kugeln

Martin Gropp[Mannheim]

Als es im Mannheimer Boule-Park aufhört zu regnen, verlieren die Spieler des Boule Clubs Kreuzberg (BCK) kurz ihre Linie. Am Wochenende waren die Kreuzberger noch mit einem Sieg gegen den hessischen „Club Tromm“ in die Bundesliga gestartet. Doch gegen Weinheim-Lützelsachsen läuft es bei besseren Bedingungen um einiges schlechter: Die Metallkugeln der Berliner fliegen mal zu weit, mal zu kurz. Oder der Gegner aus dem Badischen entfernt die Kugeln aus aussichtsreicher Position, indem er sie mit einem lauten Klack einfach aus der Zielzone schießt.

Am Ende unterliegt der BCK 1:4. „Schlecht gespielt, verdient verloren“, schimpft der Kreuzberger Zeki Engin, als er die Bahn verlässt. Sein Mannschaftskapitän Christian Hempel ist dennoch froh, dass der Saisonstart nach zwei von drei Begegnungen zumindest ausgeglichen verläuft. „Im vergangenen Jahr haben wir die ersten sechs Begegnungen verloren.“ Nur mit Mühe konnte sich der BCK in der Petanque-Bundesliga halten.

Petanque ist der französische Name für die professionelle Variante des Boule-Spiels. Er bedeutet, dass der Werfer mit geschlossenen Füßen in einem festgelegten Abwurfkreis stehen muss, wenn er seine Kugeln platziert. Das Ziel ist dabei das gleiche wie bei der Freizeitvariante Boule: Die eigenen Kugeln sollen so nah wie möglich an die sechs bis zehn Meter entfernte Zielkugel herankommen, die auch hier liebevoll „Schweinchen“ gerufen wird. Dabei bringt jede Kugel einen Punkt, die dem Schweinchen näher ist als die Beste des Gegners. Wer zuerst 13 Punkte hat, gewinnt eine Formation. In der Bundesliga kommen zu den Grundregeln unter anderem spezielle Formationsvorgaben dazu. So muss in zwei der fünf ausgespielten Formationen pro Begegnung eine Frau auf der Bahn stehen. Für den BCK wechseln sich in Mannheim Birgit Pitzius und Heidi Schallmo-Reinprecht ab. Sie spielen gut: Die Mixed-Formationen sind sichere Punktelieferanten und gewinnen vier von fünf Aufeinandertreffen.

Die Neuzugänge Mahmut Tufan und Tino Capin haben die Mannschaft um Kapitän Hempel verstärkt. Hempel ist sicher, dass die Saison für den einzigen ostdeutschen Bundesligisten erfolgreich wird. „Wir werden die Liga halten“, sagt er. „Die Berliner haben drei, vier Spieler, die richtig gut sind“, sagt Klaus Eschbach, der Präsident des deutschen Petanque-Verbandes. Neben Engin und Tufan gehört in Lars Schirmer noch ein dritter Berliner zu den Kaderspielern der deutschen Nationalmannschaft.

Zum Abschluss des ersten Spieltages beweisen die Kreuzberger noch einmal ihre Klasse. Mit 3:2 gewinnen sie gegen die Boulefreunde Hauenstein. Ende Mai findet der zweite Spieltag auf der vereinseigenen Boule-Anlage am Paul-Lincke-Ufer statt.

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