Sport : Ganz oben und vom Winde verweht Rodler und Friesinger glänzen, Bobfahrer nicht

Die deutschen Rodler haben zum Abschluss der Weltmeisterschaft in Oberhof am Sonntag auch den Titel in der Team-Staffel gewonnen. Tatjana Hüfner, Felix Loch sowie die Doppelsitzer André Florschütz und Torsten Wustlich stellten den siebten deutschen Mannschaftserfolg in Serie sicher. Kurz zuvor hatten die Olympia-Zweiten Florschütz und Wustlich den Titel im Doppelsitzer gewonnen. Das Duo kam am besten mit den schwierigen Bedingungen zurecht und machte nach einer eher durchwachsenen Saison den dritten WM-Titel nach 2001 und 2005 perfekt. Das bayerische Nachwuchs-Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt holte überraschend Silber vor den Österreichern Tobias und Markus Schiegl. Die deutschen Titelverteidiger Patric Leitner und Alexander Resch patzten und kamen nur auf den enttäuschenden elften Rang.

Die deutschen Rodler gewannen bei dieser Weltmeisterschaft damit neun von zehn möglichen Medaillen und erreichten ihre beste Gesamtbilanz seit der Wiedervereinigung. Bundestrainer Thomas Schwab war hochzufrieden: „Wir haben die jüngsten Leute und ein großes Potenzial.“ Der vielmalige Weltmeister Georg Hackl war vor allem von der Abgebrühtheit des 18-jährigen Felix Loch beeindruckt, der jüngster Weltmeister aller Zeiten geworden war: „Dass er so die Ruhe bewahren kann, ist aller Ehren wert.“

Anni Friesinger hat am Sonntag ihren 52. Sieg im Weltcup der Eisschnellläufer erreicht. In Hamar (Norwegen) stellte die Team-Olympiasiegerin über 1000 Meter in 1:14,81 Minuten einen Rekord für Flachlandbahnen auf. Die zweitplatzierte Kanadierin Christine Nesbitt lag in 1:15,84 Minuten mehr als eine Sekunde zurück. Weltmeisterin Ireen Wüst (Niederlande) erreichte nur Platz drei. „Es war wichtig für mein Selbstbewusstsein, dass ich eine solche Zeit gelaufen bin und diesen sensationellen Vorsprung hatte“, sagte Friesinger nach ihrem fünften Saisonsieg über 1000 Meter. „Sie war eine Klasse für sich“, erklärte Teamchef Helge Jasch.

Jason Lamy Chappuis aus Frankreich hat am Sonntag den zu einem Sprint- Weltcup geschrumpften zweiten Wettbewerb der nordischen Kombinierer in Seefeld gewonnen. Bei seinem zweiten Saisonerfolg verwies er nach 18:01,60 Minuten die Österreicher Bernhard Gruber und Christoph Bieler auf die Plätze. Hinter dem Norweger Magnus Moan kam Weltcup-Spitzenreiter Ronny Ackermann mit 18,9 Sekunden Rückstand zum Sieger auf Platz fünf. Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) wurde Zehnter.

Doppel-Olympiasieger André Lange erlebte beim Bob-Weltcup in St. Moritz einen Dämpfer: Einen Tag nach seinem Sieg im Zweierbob erlitt er eine bittere, weil durch irreguläre Bedingungen verursachte Niederlage. Beim Sieg von Europameister Janis Minins aus Lettland kam der erfolgreichste Pilot der Gegenwart nur auf Platz sieben. „Der Vierer hätte aus Sicherheitsgründen nicht gestartet werden dürfen. Der Sturm hat Masten umgeworfen, aber die Athleten mussten fahren, um einen Eklat zu vermeiden“, sagte Cheftrainer Raimund Bethge. „Es war eine Farce. Wenn André mit einer normalen Fahrt von einem durchschnittlichen Konkurrenten sieben Zehntelsekunden abgenommen bekommt, zeigt das doch den Wert des Rennens.“



Anders Bardal hat den nach einem Durchgang abgebrochenen Skisprung-Weltcup in Zakopane gewonnen. Der Norweger erhielt 149,1 Punkte für einen Sprung auf 137 Meter. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Thomas Morgenstern aus Österreich, der auf 135 Meter kam, betrug 4,1 Punkte. Bester Deutscher war Michael Neumayer (Berchtesgaden) auf Rang zwölf. Der Bayer sprang 134,5 Meter weit. Michael Uhrmann (Rastbüchl) landete mit 126 Metern auf Platz 18.

dpa

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