Sport : Ganz unten angekommen

Mönchengladbach fällt nach dem 0:1 in Dortmund auf den letzten Platz

Stefan Hermanns[Dortm]

Norbert Dickel meinte es nur gut, aber sein karitativer Einsatz hatte keinen Bestand. Der Stadionsprecher von Borussia Dortmund hatte den 73 600 Zuschauern Nelson Valdez als Torschützen zum 1:0 angesagt, kurz darauf korrigierte er sich: Alexander Frei war es, der den feinen Pass von Tinga zum einzigen Treffer gegen Borussia Mönchengladbach verwertet hatte. Man muss Dickel zugute halten, dass alle Anzeichen für Valdez sprachen. Der Stürmer hat immer noch kein Tor für den BVB erzielt, und so etwas ist eigentlich ein Fall für die Gladbacher Borussia. Wer immer in der Krise steckt, findet bei ihr ganz bestimmt ein bisschen Hilfe.

Während Mönchengladbach durch das 0:1 auf den letzten Tabellenplatz stürzte, beendeten die Dortmunder eine Serie von drei Niederlagen. Freis Tor war das erste nach mehr als 320 Minuten. „Das Ergebnis war natürlich gut für uns“, sagte Christoph Metzelder. „Trotzdem ist noch Verunsicherung da.“ Nach der Führung büßten die Dortmunder die Hoheit über das Geschehen ein und vergaben mehrere Chancen zum befreienden 2:0.

Doch die Gladbacher sind derzeit der letzte Gegner, der so etwas ausnutzen kann. Trainer Jos Luhukay hatte in der Woche ein Sondertraining mit seinen Offensivspielern abgehalten. Ohne Erfolg. „Es fehlte die letzte Geilheit, ein Tor zu erzielen“, sagte der Holländer. Gleich nach der Pause vergab Federico Insua die Chance zum Ausgleich, als er einen Abpraller überlegt ins Tor schieben wollte und der Schuss abgeblockt wurde. Zé Antonio scheiterte zehn Minuten später mit einem Kopfball an Dortmunds Torhüter Weidenfeller.

Viel mehr brachte Gladbachs Offensive nicht zuwege. Kahe schoss kein einziges Mal aufs Tor, Wesley Sonck spielte nach seiner Einwechslung so fahrig, als wollte er seine Rolle als Ersatzspieler nachträglich rechtfertigen. Gladbachs Sportdirektor Peter Pander musste sich angesichts der strukturellen Schwäche im Sturm fragen lassen, ob er in der Winterpause nicht die Chance verpasst habe, einen gefährlichen Angreifer zu verpflichten. „Welche Chance denn?“, antwortete er.

0 Kommentare

Neuester Kommentar