Sport : Ganz weit draußen

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Es gibt inzwischen einen Haufen Statistiken zu jedem Bundesligaspiel. Am ersten Spieltag stand im Mittelpunkt, dass die Spieler von Borussia Dortmund zusammen ungefähr zehn Kilometer pro Spiel mehr laufen als ihre Konkurrenten. BVB-Trainer Jürgen Klopp wies jedoch darauf hin, dass es darauf ankomme, ob es auch die richtigen zehn Kilometer sind, denn über die Qualität der Laufwege seiner Spieler sagt deren quantitative Messung nichts aus.

Ähnlich verhält es sich bei Manuel Neuer. Der Torhüter des FC Bayern ermöglicht als weit aufgerückte Absicherung seinen Mannschaftskollegen, das notorische Loch der Münchner zwischen ihrem Mittelfeld und der Abwehr gar nicht erst entstehen zu lassen. Neuer gilt als der Prototyp des mitspielenden Torwarts, aber auch bei ihm ist der Erfolg seiner Laufwege kaum messbar.

Es lässt sich nicht berechnen, wie viele Tore des Gegners der Libero Neuer verhindert, wie viele Großchancen er gar nicht erst entstehen lässt. Dazu kommen all die Bälle, die er hält und die kein anderer als der Nationaltorwart parieren würde. Dem entgegenzuhalten sind die Gegentore, die der inzwischen erfahrene 25-Jährige durch seine riskante Spielweise wie zum Beispiel bei der verpassten Flanke im Vorbereitungsturnier gegen den Hamburger SV verursacht. Bei einem anderen Torwart gäbe es nach den Fehlern schon eine Diskussion in München um dessen prinzipielle Eignung.

Wie man das Herauslaufen und Mitspielen optimal dosiert, hat bei der Niederlage gegen die Mönchengladbacher deren Torhüter Marc-André ter Stegen gezeigt. Es brauchte keine spezielle Statistik um zu sehen, dass der 19-Jährige alles richtig machte. Er kam dann aus seinem Tor, wann immer es nötig und der Ballgewinn möglich war. Sonst nicht.

Mit 74 Ballkontakten hatte ter Stegen die meisten aller Gladbacher. Doch dieser Wert sagt nicht so viel aus. Das weiß auch Manuel Neuer.

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