Sport : "Gasag-Cup": Ein Turnier der Europa-Filialen

Claus Vetter

Die Miete für August ist bezahlt, und trainieren dürfen die Eisbären im Sportforum Hohenschönhausen auch. Gute Voraussetzungen also für die Berliner, drei Wochen vor dem Saisonauftakt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu einem Vorbereitungsturnier zu laden. Neben dem EHC Eisbären spielen drei Landesmeister und ein Schweizer Zweitligist von Freitag bis Sonntag beim "Gasag-Cup" im Sportforum: Die London Knights, Sparta Prag, die München Barons und Servette Genf. Alle fünf Klubs haben eines gemeinsam: Sie gehören Milliardär Philip F. Anschutz aus Denver.

"Eines der besten Turniere, das in Deutschland in diesem Jahr stattfindet", glaubt Detlef Kornett, Managing Director der Anschutz-Gruppe. Die Veranstaltung habe zudem einen pragmatischen Hintergrund für sein Unternehmen. "Wir sind aus verschiedenen Gründen bei den Eisbären engagiert", sagt Kornett, "eine wichtige Komponente ist der Synergie-Effekt. Wir wollen hier Talente fördern, und die gewinnen dann hoffentlich später mal für die Los Angeles Kings viele Meisterschaften." Der Klub aus der nordamerikanischen Profiliga National Hockey League (NHL) untersteht wie die Eisbären der Anschutz-Gruppe, ist sozusagen das Flaggschiff. Trainer in Los Angeles ist Ex-Eisbären-Coach Andy Murray, der im Vorfeld des Turniers optimistische Töne anschlägt: "Wenn sich Talente empfehlen, werden wir bald deutsche Spieler bei den Kings haben." Marco Sturm oder Jochen Hecht hätten doch vorgemacht, das man auch als deutscher Akteur eine erfolgreiche internationale Karriere starten könne.

Nun, einen Marco Sturm oder Jochen Hecht haben die Eisbären zurzeit wohl nicht im Kader. Ohnehin gilt es, die verkorkste Vorsaison vergessen zu machen. Die beiden ersten Tests der neuen Mannschaft von Trainer Glen Williamson verliefen durchwachsen. Im Slany (Tschechien) gab es gegen Lokomotive Jaroslawl (Russland) ein 2:8 und ein 1:1.

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