Gastspiel : DTM muss in der Lausitz mit Regen rechnen

Regen bringt die DTM-Stars auf dem Lausitzring ins Schlingern und wirbelt das Feld durcheinander.

Wenn man der Statistik Glauben schenken möchte, gehört die Lausitz zu den regenärmsten Regionen Deutschlands. Den Piloten des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) dürfte es jedoch schwer fallen, dieser Angabe zu trauen. Nicht zum ersten Mal wird der Lausitzring bei Klettwitz ausgerechnet während ihres Gastspiels von einer dichten, grauen Wolkendecke verhüllt. Auch Tom Kristensen ist das feucht-kühle Ambiente an diesem Wochenende nicht verborgen geblieben. Der dänische Audi-Pilot sorgte sich angesichts der Wettervorhersage für das Rennen am Sonntag (14 Uhr, live in der ARD) ein wenig – die kündete allen Statistiken zum Trotz von einer 85-prozentigen Regenwahrscheinlichkeit. „Bei Regen ist der Lausitzring sehr, sehr kritisch", erklärte Kristensen. Diese Einschätzung sollte sich noch am Sonnabend auf höchst unerfreuliche Weise für den Meisterschaftsführenden bestätigen.

Schon beim Premierenauftritt der DTM in der Lausitz 2000 wurde klar, dass Wasser und der Eurospeedway keine gute Kombination sind. Wegen der unglaublichen Menge an Pfützen musste das Rennen abgebrochen werden – vielleicht hatten sich die Architekten des Kurses zu sehr auf die Statistik verlassen. Inzwischen wurde die Pfützenbildung durch eigens verlegte Drainage eingedämmt, trotzdem ist die Strecke im Nassen bis heute unglaublich rutschig, „weil der Asphalt glatter ist als auf anderen Strecken“, wie Mercedes-Pilot Maro Engel erklärte.

„Man kann sich gar nicht vorstellen, wie rutschig der Kurs ist“, ergänzte sein Kollege Paul di Resta. „Hier kann man keine perfekte Runde zusammenkriegen, das geht einfach nicht.“ Kristensen sekundierte: „Man braucht eine hohe Konzentration, da sich im Nassen die Anbremspunkte stark ändern.“

So goss der Himmel über Klettwitz am Sonnabend wieder eine Melange aus Chaos und Drama über die DTM: Pünktlich zum Beginn der Qualifikation setzte der Regen ein und wirbelte das Feld durcheinander, so dass die ersten Startplätze gut gemischt an Audi (Mattias Ekström) und Mercedes (Paul di Resta) gingen. Darüber zeigte sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug – nebenbei ein leidenschaftlicher Statistikfreund – nach dem Vierfach-Sieg des Konkurrenten zum Saisonauftakt in Hockenheim erleichtert.

Kristensen dagegen rutschte durchs Kiesbett und landete am Ende des Feldes. Er war wie viele Audi-Piloten Opfer einer falschen Wettereinschätzung seiner Teamleitung geworden, wie Motorsportchef Wolfgang Ullrich zugab: „Wir haben zwar schon einen anderen Wetterfrosch als zuletzt, aber auch der neue Frosch ist nicht sehr zuverlässig. Jetzt kann man sich natürlich fragen: Sollten die nicht langsam mal ihren Frosch erschießen?“ Vielleicht aber sind auf dem Lausitzring Frösche genauso wie Statistiken einfach nutzlos. Audi-Pilot Martin Tomczyk fand wohl die einzig richtige Einschätzung: „An der Qualifikation heute sieht man, wie schnelllebig der Motorsport ist – und vor allem das Wetter in der Lausitz.“

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