Sport : Gattuso nimmt Rache

Milans Kapitän droht nach Angriff auf Tottenhams Kotrainer eine lange Sperre

Griff zum Hals. Gattuso legt sich mit Tottenhams Kotrainer an. Foto: Reuters
Griff zum Hals. Gattuso legt sich mit Tottenhams Kotrainer an. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Mailand - Im fast schon aussichtslosen Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League wird der AC Mailand auf seinen Kapitän verzichten müssen. Gennaro Gattuso sah bei der 0:1-Heimniederlage gegen Tottenham Hotspur seine zweite Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und ist daher gesperrt. Doch dem Mittelfeldspieler droht noch weit größeres Ungemach.

Nach dem Abpfiff ging Gattuso Tottenhams Kotrainer Joe Jordan an die Gurgel. Erst fuhr der Italiener ihm mit der Hand an den Hals, später versetzte er ihm einen Kopfstoß. Der europäische Fußball-Verband Uefa kündigte am Mittwoch Disziplinarermittlungen gegen Milans Kapitän an. Die Regularien sehen für tätliche Angriffe auf Spieler und Offizielle eine Zwangspause von mindestens drei Spielen vor.

„Für diese hässliche Geschichte gibt es keine Entschuldigung“, schimpfte Mailands Trainer Massimiliano Allegri über Gattusos Ausraster. Gerade als Kapitän hätte sich der für seinen oft brutalen Einsatz berüchtigte Mittelfeldspieler niemals so gehen lassen dürfen. „Ich übernehme die volle Verantwortung. Das hätte ich niemals tun dürfen“, sagte Gattuso, nachdem er sich wieder beruhigt hatte.

Kotrainer Jordan habe ihn während des Spiels immer wieder auf Schottisch provoziert, erklärte der 33-Jährige, der eine Saison bei den Glasgow Rangers gespielt hat und mit einer Italo-Schottin verheiratet ist.

 Hätten Rafael van der Vaart und einige seiner Kollegen Gattuso nicht eingefangen, wäre es nach dem Spiel wohl zu einer handfesten Prügelei mit Jordan gekommen, der in seiner Zeit als Fußballer ebenfalls als rustikal galt. Bei der Kopfnuss habe er seine Brille schon abgenommen und „sicher keine Angst vor Gattuso“ gehabt, sagte Tottenhams Trainer Harry Redknapp.

Gattusos Kampfeinlage war der Höhepunkt eines harten Spiels, das die englische Zeitung „Sun“ als „Krieg in Mailand“ bezeichnete. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben