Sport : Gebündelte Energie

Der 1. FC Union hat einen neuen Vorsitzenden für den Aufsichtsrat

Karsten Doneck

Berlin. Günter Mielis fand zur Verabschiedung klare Worte. „Wir haben in diesen schwierigen Monaten zu einem neuen Führungsstil gefunden. Wir haben erkannt, dass der Aufsichtsrat mit den verschiedenen Gremien bei uns zusammenarbeiten muss. Das sehe ich als historische Wende in unserem Verein“, sagte der Vorsitzende des Ehrenrats. Diese Danksagung war gerichtet an Uwe Rade. Der trat beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union als Vorsitzender des Aufsichtsrates zurück – wegen eines beruflich bedingten Ortswechsels nach Süddeutschland. Die Rede des Ehrenratsvorsitzenden Mielis richtete sich aber auch kritisch an den ehemaligen Präsidenten Heiner Bertram. Der habe früher, so der unterschwellige Vorwurf, seine Entscheidungen stets im Alleingang und unter geschickter Umdribblung des Aufsichtsrats getroffen.

Der achtköpfige Aufsichtsrat wählte aus seinen eigenen Reihen Antonio Hurtado als Nachfolger von Uwe Rade, und zwar einstimmig. Der 44-jährige Hurtado, ein gebürtiger Spanier, gehört seit Anfang des Jahres dem Aufsichtsrat des Vereins an. Hauptberuflich arbeitet er als Manager bei Unions Hauptsponsor, der BSR. „Es gilt jetzt, in den nächsten Wochen alle Energien zu bündeln, um den Verein zukunftssicher aufstellen zu können“, sagte Hurtado in seiner Antrittsrede. Dazu gehört auch, dass die BSR dem 1. FC Union als Sponsor über das Saisonende hinaus erhalten bleibt. Zwar mochte Hurtado die Anfang der Woche kursierenden Gerüchte, dass die Vertragsverlängerung mit der Stadtreinigung nur noch eine Frage von Formalitäten sei, nicht bestätigen. Aber er sagt: „Wenn der Verein ein fundiertes sportliches Konzept vorlegt, dann wird auch die Zusammenarbeit mit der BSR fortgesetzt, unabhängig von der Klassenzugehörigkeit oder den handelnden Personen im Verein.“

Der Aufsichtsrat muss sich am 27. Mai auf der nächsten Mitgliederversammlung zur Wahl stellen. Und während in diesem Gremium personell die Positionen klar abgesteckt sind, drückt sich Jürgen Schlebrowski immer noch um eine klare Aussage herum, ob er auch in Zukunft als Unions Präsident zur Verfügung stehen wird. „Es geht um den Verein, nicht um Personen“, antwortet Schlebrowski bei entsprechenden Anfragen ausweichend.

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