Sport : Gefährliche Monotonie

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Im Dauerjubel. Unter Trainer Guardiola gewinnt der FC Barcelona Titel um Titel, nun kam die 21. Meisterschaft dazu. Foto: dpa
Im Dauerjubel. Unter Trainer Guardiola gewinnt der FC Barcelona Titel um Titel, nun kam die 21. Meisterschaft dazu. Foto: dpaFoto: dpa

Sandro Rosell wusste, was in diesem Moment zu tun war. Der FC Barcelona hatte mit einem Unentschieden bei UD Levante soeben die spanische Meisterschaft gewonnen, da lobte Barcelonas Präsident seinen Trainer Pep Guardiola als „den Besten der Welt und der Geschichte“.

Guardiola wird die Bauchpinselung gern vernommen haben, aber ob sie etwas an seiner weiteren Karriereplanung ändert, ist fraglich. Seit Wochen kursiert in Barcelona das Gerücht, Guardiola könnte spätestens nach dem Ablauf seines Vertrages im kommenden Sommer zu Inter Mailand wechseln. Für Präsident Rosell eine Horrorvorstellung, holte der Klub unter Guardiola in drei Jahren doch bisher neun Titel – darunter drei Meisterschaften in Folge. In zwei Wochen könnte mit dem Sieg der Champions League ein weiterer Triumph hinzukommen. Barça gewinnt und gewinnt, doch in den vielen Erfolgen liegt Barcelonas größte Gefahr, Guardiola zu verlieren. Es scheint, als wäre der 40-Jährige der Monotonie des Gewinnes überdrüssig. Wohl auch, weil Guardiola aus der Jugend des Klubs kommt und mit ihm alles gewonnen hat, was möglich ist. Es gibt nicht wenige, die sich nun fragen, ob Guardiola woanders überhaupt Erfolg haben könnte. Guardiola fragt sich das auch.

Schon als Spieler verbrachte er einige Zeit in Italien und in Katar, weil er sehen wollte, wie Fußball außerhalb Barcelonas interpretiert wird. Die Auslandserfahrungen haben bei Guardiola Lust auf mehr gemacht, er hat es oft gesagt. Wohl auch in dem Wissen, dass Inters Präsident Massimo Moratti genauso schöne Komplimente macht wie Sandro Rosell.

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