Sport : Gefangen in der Tradition

von

Jetzt also auch Bob Hanning. Der Manager der Füchse Berlin und designierte Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes hat den Kurznachrichtendienst Twitter für sich entdeckt und gleich mal eine spannende Neuigkeit in die Welt hinausgezwitschert. „Play-offs sind vom Tisch“, schrieb Hanning nach der Versammlung des Liga-Dachverbands Handball Bundesliga (HBL) am Donnerstagabend. Bei drei Enthaltungen hatten sich die Vertreter der 18 Bundesligisten zuvor geschlossen gegen den Vorschlag der HBL ausgesprochen, den Meister ab der Saison 2014/15 nicht mehr traditionell in 34 Spielen zu ermitteln – ein ebenso deutliches wie absehbares Ergebnis. Vereine und Fans hatten schon vor Monaten empört reagiert, nachdem die Idee erstmals öffentlich geworden war – weil die Spieler ohnehin überlastet seien und der Plan zudem eine Reduzierung der Liga impliziere. Und weil sie sich von der HBL übergangen fühlten.

Eine Frage muss trotzdem erlaubt sein: Verpasst die weltbeste Handball-Liga damit eine möglicherweise historische Gelegenheit beim dringlichen Streben nach neuen Vermarktungs- und Einnahmestrategien? Die Vereine sagen – Nein. Sonst hätten sie ja auch anders votiert. Allein die Diskussion über das Meisterschaftsfinale habe zu großer Resonanz und neuen Ansätzen geführt, argumentiert Klaus Elwardt, Manager von Rekordmeister Kiel. Doch was spricht abgesehen von traditioneller Denke gegen eine Verkleinerung der Liga und Play-off-Serien? Wenig. Der Sportfan will lieber drei Mal Kiel gegen Flensburg sehen als Eisenach gegen Minden.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar