Sport : Gefühl gewinnt

Dank drei Toren von Novakovic schlägt Köln zum Ligadebüt von Trainer Schaefer den HSV mit 3:2

Richard Leipold

Köln - Heutzutage gibt es auf alles Mögliche einen Rechtsanspruch. Frank Schaefer, der neue Trainer des 1. FC Köln, hatte jedoch vor seiner Bundesligapremiere gegen den Hamburger SV einen Anspruch geltend gemacht, von dem man noch nichts gehört hatte. „Wir haben uns das Recht erarbeitet, mit einem guten Gefühl in das Spiel zu gehen“, sagte er. Nach dem Schlusspfiff war das Kölner Fußballgefühl noch besser – dank Milivoje Novakovic, der beim 3:2 über den HSV alle drei Tore erzielte. Neben dem Torschützen und dem stark spielenden Lukas Podolski war am Ende Schaefer der gefeierte Mann. Die FC-Fans ließen ihren Coach lautstark hochleben.

Schaefer freute sich vor allem über die „Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. In unserer Situation einen Rückstand aufzuholen ist nicht so einfach.“ Köln war zwar früh in Führung gegangen, später aber 1:2 in Rückstand geraten. Ohne lange Anlaufzeit zeigten beide Mannschaften flotte Unterhaltung. Das Kölner Publikum schwankte zwischen Staunen und Begeisterung – was vor allem an Podolski und Novakovic lag, die sich zuvor nicht immer gut verstanden hatten. Zumindest auf dem Rasen harmonieren die beiden Stürmer neuerdings besser.

Aber auch die Hamburger trugen zur Spannung bei. Nur vier Minuten nach dem 0:1 gelang Mladen Petric mit einem Kopfball der Ausgleich. Dieses Erfolgserlebnis animierte den HSV zu weiteren Vorstößen. Dabei machte sich ein neues Gesicht auf spektakuläre Art in der Bundesliga bekannt. Nach einem Pass von Gojko Kacar stand Heung-Min Son nur noch Kölns Keeper Miro Varvodic im Wege. Diese Hürde nahm der 18 Jahre alte Bundesliga-Debütant mit Raffinesse. Son spielte gewissermaßen Doppelpass mit sich selbst. Der Südkoreaner hob den Ball mit dem rechten Fuß über den Torwart hinweg und kickte ihn mit links ins Netz.

Doch die Kölner hatten ja ihre beiden Angreifer, die Teamwork als Alternative zum internen Zwist entdeckt haben. Wieder flankte Podolski, wieder vollstreckte Novakovic. Beide Mannschaften hatten nach dem 2:2 noch die Chance zum Siegtreffer. Guerrero traf nur die Latte des Kölner Tores, Novakovic machte es auf der anderen Seite besser. Richard Leipold

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