Gegen Ajax Amsterdam : HSV stolpert im Uefa-Cup

Mit der ersten Europapokal-Heimniederlage seit zwei Jahren hat der Hamburger SV seine gute Ausgangsposition im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde des Uefa-Cups aufs Spiel gesetzt.

Britta Körber[dpa]
HSV
Hamburgs Guy Demel (2.v.l.) kann sich nicht gegen die Amsterdamer durchsetzen. -Foto: dpa

HamburgDer Tabellen-Fünfte der Fußball-Bundesliga verlor am Donnerstag gegen Ajax Amsterdam mit 0:1 und verpasste die Chance, sich als erste deutsche Manschaft zu qualifizieren. Vor 51.200 Zuschauern besiegelte der eingewechselte Leonardo in der 77. Minute die erste HSV-Heimpleite auf internationaler Bühne seit dem 1. November 2006. Nach dem Ausrutscher benötigen die Hamburger aus den folgenden Spielen bei Slavia Prag am kommenden Donnerstag und am 17. Dezember gegen Aston Villa noch mindestens drei Punkte zum Weiterkommen in der Gruppe F.

"Wir wussten, dass wir drei Punkte brauchen, um weiterzukommen. Das hat nicht geklappt, aber wir haben noch zwei Möglichkeiten. In der ersten Halbzeit hätten wir ein Tor machen müssen, die Gelegenheiten dazu hatten wir", monierte HSV-Trainer Martin Jol. Für schrille Misstöne im Vorfeld des Spiels hatten niederländische Hooligans gesorgt, die die Hamburger Polizei stundenlang in Atem hielten. Nach Krawallen auf der Reeperbahn wurden bis zum frühen Abend 40 Personen in Gewahrsam genommen. Rund um das Stadion sorgten 800 Polizeibeamte für Sicherheit.



Zu wenige Torchancen für den HSV



Das Duell der Traditionsklubs hielt nicht, was es versprochen hatte: Der HSV dominierte das Geschehen gegen den Uefa-Pokal-Sieger von 1992 zwar über weite Strecken, doch fehlten den Aktionen Kreativität und Entschlossenheit, um zum Erfolg zu kommen. Trotz großen Engagements blieben zwingende Torchancen Mangelware.

In der 12. Minute forderten die Gastgeber vergeblich einen Elfmeter, nachdem Oleguer Presas den flinken Paolo Guerrero im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Dann startete Ivica Olic zu einem spektakulären Solo auf der linken Seite, das erst vom entschlossen zupackenden Ajax-Torhüter Kenneth Vermeer gestoppt wurde (20.). Auch ein Aufsetzer des Kroaten acht Minuten später fand den Weg ins Ziel nicht.



Pause für Petric



Olic fungierte diesmal als einzige Spitze, weil Jol dessen Landsmann Mladen Petric nach wochenlangem Dauereinsatz eine Pause verordnet hatte. Dafür durfte Millioneneinkauf Thiago Neves erstmals nach längerer Zeit wieder von Beginn an ran. Doch der Brasilianer unterstrich mit seiner Leistung, dass er seinen Platz im HSV-Team noch nicht gefunden hat. Für den wegen Nackenbeschwerden fehlenden Marcell Jansen verteidigte Dennis Aogo auf der linken Seite.

Die Abwehr wirkte gegen den Tabellen-Dritten der Ehrendivision zwar nicht immer souverän, doch ernsthafte Prüfungen gab es für HSV-Schlussmann Frank Rost bis zur Pause nicht. Auch im zweiten Durchgang hielt sich der Unterhaltungswert der Begegnung in Grenzen. Erst in der 59. Minute weckte Guerrero das Publikum mit einem 20 Meter-Knaller an die Latte aus seiner Lethargie.

Sieben Minuten später kam Ajax zur ersten Möglichkeit durch Leonardo, dessen Flachschuss Rost entschärfte. Wenig später reagierte der Brasilianer am schnellsten, nachdem er zuvor am Pfosten gescheitert war, und machte den HSV-K.o. perfekt. Auch der spät eingewechselte Petric konnte das Blatt nicht mehr wenden.

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