Gegen Bamberg : Verlieren ja – aber so?

Alba unterliegt Bamberg in eigener Halle 64:79. Für sein Team war es die zweite Niederlage in der Bundesliga in Folge – und eine denkbar schlechte Vorbereitung auf das Eurocup-Spiel am Dienstag in Badalona.

Helen Ruwald

BerlinDie Fans konnten ihr Glück kaum fassen. Noch Minuten nach dem Spielende standen mehrere Hundert Bamberger glückselig auf der Tribüne, schwenkten Fahnen und feierten die Männer in Rot, die längst in der Kabine verschwunden waren. Mit 79:64 (40:35) hatten die Baskets Bamberg die Basketballer von Alba Berlin in deren Halle vor 11 749 Zuschauern gedemütigt. Ein Ergebnis mit dem selbst die kühnsten Optimisten aus Franken nicht gerechnet hatten – und das sicher in keinem Berliner Szenario berücksichtigt worden war. Verlieren ja – aber so? Eine entscheidende Rolle spielten gestern Abend die Distanzwürfe: Alba traf nur zwei von zwanzig, Bamberg sechs von dreizehn. „Wir hätten noch zwei Tage weiter spielen können, es hätte sich nichts geändert“, sagte Alba-Trainer Luka Pavicevic.

Für sein Team war es die zweite Niederlage in der Bundesliga in Folge – und eine denkbar schlechte Vorbereitung auf das Eurocup-Spiel am Dienstag in Badalona. Die Berliner müssen in Spanien siegen, um die nächste Runde zu erreichen.

In einer hart umkämpften Partie hatten die Gastgeber Mühe, sich gegen die aggressive Verteidigung der Gäste durchzusetzen und gerieten schnell 8:13 in Rückstand. Dragan Dojcin brachte Alba mit einem Distanzwurf wieder heran, der eingewechselte Cemal Nalga hatte die Chance zum Ausgleich: Er flog spektakulär Richtung Korb, konnte aber nicht punkten. Stattdessen kam Bamberg beim schnellen Gegenangriff zum 17:13, dem Zwischenstand nach dem ersten Viertel.

Punkte von Derrick Byars und Blagota Sekulic waren es dann, die Alba im zweiten Spielabschnitt mit 24:23 in Führung gehen ließen. Alba hatte sich nun besser auf die Bamberger eingestellt, die die Berliner vor zweieinhalb Wochen bereits aus dem Pokal geworfen hatten. Doch der starke Predrag Suput und Anton Gavel stellten das alte Kräfteverhältnis wieder her, mit einer 40:35-Führung gingen die Gastgeber in die Pause. Und sie kamen hochmotiviert zurück: Binnen kürzester Zeit baute Bamberg den Vorsprung auf zehn Punkte aus.

Doch entschieden war noch nichts, in der Folgezeit wurde die Atmosphäre auf und neben dem Feld immer hitziger. Die Berliner Cemal Nalga und Steffen Hamann sowie Bambergs John Goldsberry waren an Fouls und Schubsern beteiligt. Die Fans pfiffen, doch Hamann schien sein technisches Foul erst richtig zu motivieren. Erbittert kämpfte er zu Beginn des letzten Viertels auf dem Boden liegend um den Ball, brachte ihn zu Derrick Byars, der Blagota Sekulic bediente: 51:58 – war die Wende noch möglich? Nein, im Gegenteil: Die Gäste waren nicht mehr zu stoppen, vor allem Brian Roberts nicht. Er erzielte im letzten Viertel 12 seiner 14 Punkte und traf drei Dreier. Die Berliner hatten nichts mehr entgegenzusetzen.

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