Gegen Barca : Real Madrid: Gewinnen – egal wie

Real Madrid braucht gegen den FC Barcelona am Samstag unbedingt einen Sieg, sonst ist die spanische Meisterschaft entschieden

Julia Macher[Barcelona]
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Bein dazwischen. Metzelder behauptet sich gegen Sevillas Kanoute. Foto: dpa

Es war ausgerechnet Christoph Metzelder, der vor dem großen Duell des spanischen Fußballs die Verfassung der Profis von Real Madrid auf den Punkt brachte. „Die Waffen, die uns zur Verfügung stehen, sind mehr deutsche denn spanische“, sagte der deutsche Abwehrspieler von Real Madrid der Tageszeitung „El País“. „Guter Stil ist uns egal.“

Für die Madrilenen ist das heutige Spiel im heimischen Bernabéu-Stadion die letzte Chance, den Vier-Punkte-Rückstand auf den Tabellenführer FC Barcelona zu verkürzen. Ein Sieg würde die Meisterschaft noch einmal spannend machen – dank der Aufholjagd unter Trainer Juande Ramos, dem Nachfolger von Bernd Schuster. Seit dem Debüt von Ramos im Camp Nou, bei dem Real 0:2 unterlag, hat das Team nicht mehr verloren.

Schön anzusehen war das nicht immer, aber von virtuosem Spiel hält Ramos ohnehin nicht viel. Er ist ein Pragmatiker der alten Schule. Im besten Fall spielt Real Madrid dann so wie beim 4:2 gegen Sevilla in der vergangenen Woche, als die Mannschaft mit physischer Überlegenheit das Match unter Kontrolle brachte. Im schlechtesten Fall führt dieses bisweilen kopflos anmutende Gewinnenwollen zu grausamen Auftritten wie gegen Getafe. Vom Ausraster des Portugiesen Pepe, der einen Spieler Getafes übel trat, profitiert Metzelder. Der Deutsche war als Dauerreservist fast schon in Vergessenheit geraten. Er rückte zur entscheidenden Phase des Titelkampfs in die Stammelf, weil Pepe für zehn Spiele gesperrt worden war. „Während meiner zwei Jahre bei Real habe ich mich häufig frustriert gefühlt,“ sagte Metzelder. „Um in die Nationalmannschaft zurückzukehren, muss ich häufiger spielen. Nach Saisonende werde ich meine Lage analysieren.“

Doch zuerst mal warten die Ballkünstler aus Barcelona. Und Ramos hat für das Derby die gleiche Devise wie immer ausgegeben: Gewinnen – egal wie.

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