Sport : Gegen das Geld des Südens

Bamberg feiert Titel und rüstet gegen die Bayern.

Bamberg - Topstar Bostjan Nachbar hielt die silberne Trophäe wie ein Kleinkind im Arm und stimmte in der Dämmerung vor den glückseligen Bamberger Fans „We are the Champions“ an. Auf dem Maxplatz starteten die frischrasierten Bamberger Basketballprofis nach der vierten Meisterschaft in Serie ihre Partynacht – für Titel-Macher Wolfgang Heyder begann die Arbeit schon am Montagmorgen um sechs Uhr. „Momentan ist es sehr angespannt, das Budget, die ganzen Spielergeschichten, die jetzt erst anstehen, weil wir es vorher nicht machen konnten und wollten“, sagte der Geschäftsführer vor dem Start in eine hektische Woche.

Nach dem 3:0-Finalerfolg über Oldenburg besteht durch den Einzug in die Euroleague sportliche Planungssicherheit, um unter anderem den zu erwartenden Ansturm des FC Bayern erneut abzuwehren. „Wir werden bissig sein, wir werden gegen das große Geld aus dem Süden ankämpfen“, sagte Heyder. „Es wurde vielerorts schon von einer Wachablösung gesprochen, aber so weit sind wir noch lange nicht.“ Vor allem um Schlüsselspieler Anton Gavel erwarten die Bamberger ein heftiges Werben der Konkurrenz und wollen den Vertrag des wertvollsten Profis der Endspielserie frühzeitig verlängern.

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass Anton bei uns bleiben wird“, sagte Heyder. „Wir werden uns zusammen mit dem Hauptsponsor bemühen, Anton auch über das Jahr hinaus zu binden.“ Unter anderem die Bayern, die voraussichtlich eine Wildcard für die höchste europäische Spielklasse erhalten dürften, sollen an dem 28-Jährigen interessiert sein.

Bevor sich der defensivstarke Guard am Sonntagabend noch in der Kabine der Bamberger Arena des wild gewucherten Play-off- Barts entledigte, reagierte Gavel unwirsch auf das Nachhaken bezüglich seiner Zukunft. „Nächste Frage“, antwortete der gebürtige Slowake, der von den Fans auf zahlreichen Plakaten zum Bleiben aufgefordert wurde. Auch der Hinweis auf seinen bis 2014 laufenden Kontrakt entlockte dem inzwischen eingebürgerten Gavel keine definitive Aussage: „Wenn das so ist, dann ist das so.“ Der frühere NBA-Profi Nachbar grinste ebenfalls vielsagend und zuckte nur mit den Schultern. Mit insgesamt 20 Punkten und seiner stärksten Halbzeit für die Franken hatte der Slowene die Bamberger beim 91:88 nach Verlängerung maßgeblich zum insgesamt sechsten Meistertitel geführt. Nun gehört der Flügelspieler neben John Goldsberry, Alex Renfroe und Sharrod Ford zum Quartett an Leistungsträgern, deren Arbeitsverhältnis nach dieser Saison endet. „Das hängt von der Gesamtkonstellation ab, finanziell, aber auch was die Zusammenstellung der Mannschaft betrifft“, sagte Heyder über eine mögliche Weiterbeschäftigung von Nachbar. Es bleibt also viel zu tun beim Meister in dieser Woche. Heyder: „Entspannen kann ich immer noch im Sommer.“ dpa

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