Sport : Gegen eine Welle

Neukölln erwartet im Wasserballderby euphorische Spandauer

Hartmut Moheit

Berlin. Normalerweise, wenn in einer Bundesliga der Erste auf den Vierten trifft, ist von einem Spitzenspiel die Rede. Nicht so im Wasserball, wenn der Deutsche Serienmeister Spandau 04 heute um 19 Uhr in Schöneberg auf die SG Neukölln trifft. „Eine Niederlage mit weniger als zehn Toren Unterschied, das würde ich schon als Teilerfolg werten“, beschreibt der Neuköllner Trainer Frank Buchholz die Ausgangsposition für dieses Lokalderby. Zu souverän trumpfen die Spandauer auch in dieser Saison auf, und derzeit schwimmen sie auf einer besonders hohen Welle des Erfolgs, denn sechs Spieler des Teams waren bei der erfolgreich verlaufenen Olympia-Qualifikation in Brasilien dabei. Mit diesem Erfolg im Rücken scheint den Wasserfreunden derzeit scheinbar alles zu gelingen. Selbst der Tabellenzweite Cannstatt, der auf müde Spandauer gehofft hatte, wurde im eigenen Bad 13:8 bezwungen.

„Neid kommt deswegen bei uns nicht auf“, sagt Buchholz, „was die Nationalmannschaft und auch Spandau 04 für den deutschen Wasserball erreichen, wirkt sich auch auf uns sehr positiv aus.“ Bei den Neuköllnern spielt mit Sascha Pacyna ein großes Talent, das beim letzten Lehrgang der Nationalmannschaft vor dem Abflug nach Rio in Hamm ebenfalls schon dabei war. Auch André Schounye gehört zum deutschen Perspektivkader. „Wir haben eine Mischung aus Talenten und Routiniers, das lässt uns hoffnungsvoll nach vorn blicken“, sagt Buchholz. „Bei Spandau steht der Generationswechsel noch bevor.“

Gerade vor dem Spiel gegen den übermächtigen Stadtkontrahenten fielen ihm im Training einige Spieler wegen Verletzungen und beruflichen Verpflichtungen aus. „Die andere Hälfte hat wöchentlich extra zwei Stunden mehr trainiert, aber das wird dennoch kaum für ein achtbares Ergebnis reichen“, vermutet Buchholz. Interessant nennt Buchholz die Konstellation, wie sich die ehemaligen Spandauer Igor Uchal, René Grotzky und Axel Kirsch gegen ihre alten Teamgefährten in Szene setzen werden. Die wirklich wichtigen Spiele kommen für die Neuköllner aber erst später.

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