Gegen Kaiserslautern : Köln will den Aufstiegsplatz verteidigen

Zweitliga-Gipfel in Kaiserslautern: Dank Trainer Holger Stanislawski spielt der 1. FC Köln unerwartet um den Aufstieg. Am Freitagabend will der Tabellendritte gegen den Vierten den Relegationsplatz verteidigen.

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Lieber Wild als Jäger. Kölns Trainer Holger Stanislawski.
Lieber Wild als Jäger. Kölns Trainer Holger Stanislawski.Foto: dpa

Die 14 Herren vor dem Geißbockheim, alle im gesetzten Alter, haben es schwer. Um das Hauptquartier des 1. FC Köln pfeift ein kalter Wind, und viel zu sehen gibt es für die Rentner seit Dienstag auch nicht. Zumindest keine Fußballer. Die letzten Trainingseinheiten vor dem Zweitligagipfel in Kaiserslautern finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Trainer Holger Stanislawski will bei der Arbeit seine Ruhe haben, dafür geht es am Freitag auf dem Betzenberg dann beim Duell der Anwärter auf den Relegationsplatz drei umso munterer zu.

Dafür sorgen auch 7000 FC-Fans, die in die Pfalz pilgern werden. In Köln ist das Fußballfieber ausgebrochen, spätestens seit Ostersonntag, als die Rheinländer mit dem 2:1 gegen Regensburg den FCK von Rang drei verdrängten und Stanislawski seinen altbekannten Jägerspruch einmotten konnte. Bis vor kurzem hatte der FC-Trainer noch verkündet: „Ich bin lieber der mit der Flinte als das Wildschwein.“ Doch ab sofort sind er und seine Kölner die Gejagten.

Toni Schumacher freut das. Der frühere Nationaltorhüter ist seit einem Jahr Vizepräsident beim FC und erlebte gleich zu Beginn einen rabenschwarzen Abstiegstag mit, inklusive anschließendem Großreinemachen mit insgesamt 44 Transfers. Nun erklärt er genüsslich: „Ich war schon immer lieber der Gejagte. Jetzt muss Kaiserslautern doch gewinnen – und wir können. Das ist eine tolle Ausgangsposition."

Christian Clemens findet die neue Konstellation ebenfalls prima. „Wenn wir unseren Stiefel so weiterspielen, sind wir, glaube ich, nicht mehr zu stoppen“, sagt er. Clemens war der überragende Kölner Spieler der vergangenen Wochen und hat einen großen Anteil daran, dass sein Team nach einem schwachen Saisonstart mittlerweile seit 15 Partien unbesiegt ist. Dabei fallen die Kölner weniger durch hochwertiges Offensivspiel als durch eine solide Verteidigung und ihren nervenstarken, erst 19 Jahre alten Torwart Timo Horn auf.

Zugute kam den Kölnern, dass die Erwartungen der Fans nach dem „brutalen Schnitt“ (Stanislawski) vor der Saison ungewöhnlich dezent ausfielen. Angesichts der enormen Umbaumaßnahmen im Kader legte die frisch gewählte Vereinsführung das Projekt mit dem neuen Trainer auf mindestens zwei Jahre an. Zudem macht sich jetzt bezahlt, dass die Kluboberen in der zähen Startphase mit sechs sieglosen Spielen die Ruhe bewahrten und ihrem Trainer den Rücken stärkten.

„Holger Stanislawski ist der perfekte Mann, er passt in diesen Klub wie die Faust aufs Auge“, sagt Toni Schumacher. Und sollte der direkte Wiederaufstieg misslingen – so weiß der Trainer schon jetzt: „Dann steht der Umbruch vom Umbruch an.“

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