Gegen Quakenbrück : Alba kann heute ins Finale einziehen

Sasa Obradovic und Tyron McCoy, die Trainer von Alba Berlin und Quakenbrück, loben die Charakterstärke ihrer Mannschaften vor dem womöglich entscheidenden Play-off-Spiel.

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Applaus, Applaus. Alba-Trainer Sasa Obradovic freut sich über den Sieg.
Applaus, Applaus. Alba-Trainer Sasa Obradovic freut sich über den Sieg.Foto: dpa

Am Sonntagabend wurde in der Arena am Ostbahnhof wieder einmal das Hohelied auf die Charakterstärke der Mannschaft gesungen. „Mein Team ist einfach eine spezielle Gruppe von Spielern“, sagte der Trainer. „Sie geben nie auf. Sie kämpfen immer so hart, wie sie nur können.“ Ausnahmsweise war nicht von Albas Basketballern die Rede. Es war auch nicht der Berliner Coach Sasa Obradovic, der die Tugenden seines Teams lobte. Stattdessen war es sein Gegenüber, Quakenbrücks Coach Tyron McCoy, der nach der Partie ein bisschen ins Schwärmen geriet. Und das, obwohl sein Team das dritte Play-off-Halbfinale gerade mit 68:74 verloren hatte und vor dem Heimspiel am Dienstagabend (19.30 Uhr, live bei Sport 1) nahezu vor dem Aus steht.

McCoy war nicht der einzige, dem der bemerkenswerte Kampfgeist der Artland Dragons aufgefallen war. 11.122 Zuschauer hatten in der Halle mitverfolgt, wie die Quakenbrücker auch im dritten Play-off-Spiel hintereinander gegen Alba in Rückstand gerieten, aber stoisch und verbissen weiter arbeiteten. „Wir hatten es heute sehr schwer. Aber wir haben gekämpft und einen Weg gefunden, das Spiel fast doch noch zu gewinnen“, sagte McCoy stolz.

Mit jedem Spiel wächst auch bei Quakenbrücks Gegner der Respekt. „Beide Teams haben echten Charakter, eine starke Mentalität“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. „Beide Mannschaften weichen keinen Millimeter. Oder geben auf, lassen nach, verlieren ihr Spiel. Das ist eine große Qualität im Teamsport.“ Dieser Qualität ist es geschuldet, dass die Halbfinalserie zwischen Alba und Artland bislang drei packende Spiele geliefert hat. Zwar dominiert Berlin derzeit die Spielserie mit einer 2:1-Führung. Trotzdem ist noch lange nicht klar, wer in die Finalserie um die deutsche Meisterschaft einzieht. Sollte Quakenbrück am Dienstagabend gewinnen, käme es zu einem weiteren, einem entscheidenden fünften Spiel am Donnerstag in Berlin.

Alba-Trainer Sasa Obradovic wundert sich über Quakenbrück

Laut Albas Trainer Sasa Obradovic wird es nun vor allen Dingen auf die Energiereserven beider Teams ankommen. Der Serbe registrierte mit einiger Verwunderung, wie Artland trotz einer nahezu makellosen Defensivleistung der Berliner im Spiel blieb. Immer wieder trafen die Gäste auch schwierigste Würfe, am Ende brachte sich Obradovics Mannschaft mit unnötigen Ballverlusten fast noch um den Lohn ihrer Anstrengungen. Allerdings bewies auch das Alba-Team erneut, dass es mit Rückschlägen umzugehen weiß und am Ende einer langen Saison über großes Selbstvertrauen verfügt. „Wenn der Glaube irgendwann nur um ein Prozent schwindet, dann bricht’s weg“, sagt Baldi über die kraftraubenden Play-offs. „Aber da sind beide Teams noch lange nicht.“

Tyron McCoy kann sich selbst nicht erklären, woher seine Spieler ihre Unbeugsamkeit haben: „Wenn ich wüsste, wie meine Spieler das hinkriegen, wäre ich der klügste Trainer der Welt und könnte diese Information überall verkaufen.“ Sollte seine Mannschaft ein fünftes Spiel gegen Alba erzwingen, dann wird er mit seiner Unwissenheit aber sicherlich gut leben können.

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