Gegner der BR Volleys : Rottenburgs Trainer ist Clown und Mentor

Hans Peter Müller Angstenberger ist für seine explosiven Auftritte am Spielfeldrand bekannt. Als Trainer setzt er auf Pädagogik und Vertrauen.

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Ausdrucksstark: Rottenburgs Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger wird am Mittwoch bei den BR Volleys wieder seine überschwängliche Mimik zeigen.
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Ruhig, reflektiert, wohlbedacht: Wer Hans Peter Müller-Angstenberger im Gespräch erlebt, erwartet einen in sich ruhenden Trainer, der höchstens in knappen Spielsituationen einmal emotional wird. Doch sobald seine Schützlinge vom Volleyball-Bundesligisten TV Rottenburg auf dem Feld stehen, mutiert der 45-Jährige zum Hulk, feiert jeden Punkt, tanzt, animiert das Publikum – so voraussichtlich auch diesem Mittwoch in Berlin, wenn Rottenburg gegen die BR Volleys spielt (19.30 Uhr, Max-Schmeling- Halle). „Eine große Biografie mit Schiedsrichtern“ hat ihm dieses Verhalten eingebracht, wie Müller- Angstenberger selbst sagt. „Ich gebe einfach meine Identifikation mit dem Team zum Ausdruck.“

Das lässt auch die Spieler nicht kalt. „Er ist ein Clown auf dem Feld, am Anfang hatte ich immer Lachkrämpfe“, sagt der Rottenburger Außenangreifer Tom Grozer über seinen Trainer. „Aber er zieht uns mit. Er ist wie ein Ersatz-Papa und unterstützt uns mit allem. Wir können immer zu ihm kommen.“ Grozer gehört mit seinen 19 Jahren zu den jüngeren Spielern, die besonders viel Zuwendung vom Trainer bekommen. Denn außerhalb der Spiele ruht Müller-Angstenberger tatsächlich in sich, macht sich viele Gedanken über das Team seiner Heimatstadt, das er bereits in der 16. Saison betreut. „Mein Ansatz ist auf Kommunikation, Vermittlung und Didaktik ausgelegt“, sagt der gelernte Lehrer, der immer noch fünf Stunden pro Woche Religion und Deutsch unterrichtet. Als ganze Persönlichkeiten will er die Spieler behandeln, nicht nur als Spieler und Leistungserbringer. Seine Devise für das Spiel des Tabellenvorletzten gegen die Volleys ist daher auch: Aus Fehlern lernen, die von Verletzungen geprägte Vorbereitungsphase hinter sich lassen und die Stimmung in der Max-Schmeling-Halle genießen. Und natürlich jeden Punkt lautstark feiern.

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