Sport : Gekommen, um zu helfen

Herthas neuer Brasilianer Mineiro soll mit seiner Vielseitigkeit sofort Lücken füllen

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Berlin - Der Trainingsanzug, den Herthas neuer Spieler Mineiro gestern Vormittag während seiner ersten Trainingseinheit trug, war ein bisschen zu groß. Die aufgebügelte Nummer war nicht die richtige, es war die 10 statt der 15. Am Abend zuvor hatte der brasilianische Nationalspieler sich die 0:5-Niederlage seiner Mannschaft in Hannover anschauen müssen. An den ersten beiden Tagen in Diensten seines neuen Arbeitgebers Hertha BSC passte für Mineiro noch nicht alles.

Gestern präsentierte sich der 31-Jährige freundlich zurückhaltend, ein bisschen schüchtern. „Ich habe einen sehr guten Eindruck von meiner neuen Mannschaft“, sagte Mineiro – natürlich wollte er nichts Falsches sagen. Das 0:5? „Es wäre nicht fair, bereits nach einem Spiel zu urteilen.“ Ob er glaube, Hertha helfen zu können? „Das hoffe ich.“

Mineiro ist auf vielen Positionen einsetzbar, in der Abwehr und im Mittelfeld. Er mache das Spiel variabler, sagt Trainer Falko Götz. Bereits am Samstag gegen den Hamburger SV soll Mineiro im Kader stehen, „aber noch nicht von Beginn an spielen“. Manager Dieter Hoeneß sagt, er habe einen Spieler verpflichten wollen, der dem Team auf Anhieb weiterhelfe. Mineiro ist dazu von seinen fußballerischen Fähigkeiten her sicher in der Lage. „Er war in der brasilianischen Liga in den vergangenen drei, vier Jahren der Beste im defensiven Mittelfeld“, sagt sein Landsmann Gilberto, der 2004 gemeinsam mit Mineiro für Sao Caetano gespielt hat. Aber wie bei den meisten brasilianischen Fußballern wird es darauf ankommen, ob Mineiro sich in der fremden Umgebung zurecht findet. Nur dann wird er seine Qualitäten umsetzen können.

Die Voraussetzungen für eine schnelle Integration sind günstig. Neben dem von Hertha bezahlten Dolmetscher Alcir Pereira und einem persönlichen Berater hat Mineiro in Gilberto einen Helfer in der Mannschaft. „Wir sind keine großen Freunde, aber doch Freunde“, sagt Gilberto. „Egal wo Mineiro Probleme hat, ich werde ihm helfen.“ So werde das in Brasilien gemacht, wenn man einmal in derselben Mannschaft gespielt habe, sagt Gilberto. Mineiro wird zunächst viel Unterstützung benötigen – Hertha ist sein erster Verein außerhalb Brasiliens. „Mineiro ist ein Spätentwickler“, sagt sein früherer Trainer Muricy Ramalho, der ihn zuletzt beim FC Sao Paulo trainiert hatte. Mineiros stärkste Zeit werde erst noch kommen.

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