Sport : Gelähmter linker Flügel

Füchse-Spieler Wilczynski kämpft um seine Form

Hartmut Moheit

Berlin - Als gar nichts klappen wollte, versuchte es Konrad Wilczynski sogar mit einem Sprungwurf aus dem Rückraum. Der Ball landete auch prompt am Pfosten. „Erst hat man kein Glück, dann kommt auch noch Pech dazu“, kommentiert der Österreicher ein paar Tage danach jene Szene aus dem letzten Bundesligaspiel seiner Füchse Berlin gegen die HSG Düsseldorf. Diese Aktion war symptomatisch für das derzeitige Agieren des Linksaußen, der mit 1,80 Meter der kleinste Füchsespieler ist. Doch bei Glück und Pech belässt es der immer auch selbstkritische Wilczynski nicht. „Es stimmt, ich bringe derzeit nicht meine Top-Leistung. Ich kämpfe aber darum, das alte Niveau wieder zu erreichen“, sagt er. Erschwerend kommt in dieser Saison für Wilczynski hinzu, dass ihn Spieler auf Halblinks wie Bartlomiej Jaszka, Kjetil Strand oder Michal Kubisztal nicht so oft anspielen.

Unterstützung erhält der Bundesliga-Torschützenkönig der vorletzten Saison von Füchse-Manager Bob Hanning: „Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn aus diesem Tief mit herausziehen. Conny hat so viel für uns getan, deshalb genießt er bei mir auch einen Sonderstatus.“ Dass durch die momentane Leistungsschwäche von Wilczynski der linke Flügel beim Handball-Erstligisten gelähmt ist, weil auch der Pole Kubisztal auf der Halbposition nicht mehr in Schwung kommt, bereitet Hanning aber durchaus Sorgen. „Die derzeitige Länderspielpause kommt uns gelegen. Beide Spieler können neue Kräfte sammeln“, sagt Hanning. Bis zum nächsten Spiel der Füchse am 4. November in Wetzlar.

Konrad Wilczynski glaubt, dass ihm vor allem die Länderspiele mit der Österreichischen Nationalmannschaft in der kommenden Woche in Linz sehr helfen können. „Wir spielen da gegen die Schweiz, die Ukraine und gegen Slowenien, da kann ich mal auf ganz andere Gedanken kommen“, sagt er. Zwar wird das Thema Bundesliga nicht völlig außen vor sein, schließlich ist Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson zugleich auch österreichischer Nationaltrainer, aber die andere Stadt und die neuen Mitspieler seien für Wilczynski in dieser Negativphase wichtig. Er will vor allem eins: „Selbstvertrauen tanken, denn ich weiß ganz genau, ich komme aus dieser Misere wieder heraus.“ Er wiederspricht auch Bob Hanning ein wenig, der gesagt hat, dass Wilczynski jetzt brutal an sich arbeiten werde. Das sei sicherlich etwas übertrieben, erwidert Wilczynski darauf, er müsse das in erster Linie mental in den Griff bekommen. Das funktioniere nicht, wenn er jetzt mit Gewalt versuche, den Hebel total umzulegen. Mit 29 Toren ist er ja nach sieben Spielen hinter Strand (33) immerhin zweiterfolgreichster Werfer bei den Füchsen. Doch Konrad Wilczynski hat viel höhere Ansprüche.

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