Sport : Gelassenheit in Gelsenkirchen

Schalke 04 sieht sich wieder auf dem richtigen Weg

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Ein Misserfolg im Europapokal hat schon vielen Fußballmannschaften als Alibi für das folgende Wochenende gedient. Die Profis des FC Schalke 04 standen nach der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Valencia zwar in dem Verdacht, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen. Doch mit dem 3:0 über Arminia Bielefeld rehabilitierten sie sich. Bei ihrer Rückkehr in den Alltag wirkten die Gelsenkirchener weder müde noch frustriert. „Wir haben flüssig kombiniert und erfrischend nach vorne gespielt“, sagte Trainer Mirko Slomka. „Es war wichtig nach der Leistung gegen Valencia sofort wieder zurückzukommen. Nun wollen sich die Jungs langsam an die Spitze pirschen.“

Die Bielefelder hatten sich vorgenommen, der Heimelf nach dem Vorbild des FC Valencia beizukommen – als Verteidigungsbündnis in steter Alarmbereitschaft. Die Kopie war schlechter als das Original. Anders als den Spaniern vier Tage zuvor in der Champions League gelang es den äußerst schwachen Ostwestfalen nicht lange, Schalke vom eigenen Tor fernzuhalten. Bielefelds Torhüter Mathias Hain war dementsprechend frustriert. „Eigentlich fehlen mir die Worte“, sagte er. „Wir haben praktisch nicht stattgefunden.“ Wer als Sieger den Platz verlassen würde, stand am Sonnabend tatsächlich zu keinem Zeitpunkt in Frage, wohl aber, ob es Schalke gelingen würde in 90 Minuten mehr als einen Treffer zustande zu bringen und eine Partie ohne Gegentor zu beenden – beides klappte schließlich.

Nun also blickten sie in Gelsenkirchen gelassener in die nahe Zukunft. Am Dienstag geht es nach Duisburg, am Freitag kommt Hertha BSC in die Schalker Arena. In Mirko Slomka jedenfalls wuchs nach dem überzeugenden Erfolg gegen Bielefeld die Zuversicht. Es habe kein Zaudern oder Zögern in seiner Mannschaft gegeben, die mit Ausnahme der Chancenverwertung kaum Schwächen zeigte – doch das war angesichts der großen Defizite auf Bielefelder Seite relativ simpel. „Alles war wunderbar. Und das erste Mal haben wir zu Null gespielt“, sagte Andreas Müller nach dem zweiten Heimerfolg in der noch jungen Bundesliga-Saison. „Aber das war ein Pflichtsieg, den wir brauchten, um nach oben zu kommen.“ Richard Leipold

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