Sport : Gelb ist die Hoffnung

Wie Alberto Contador in seinem Dopingfall kämpft

Berlin - Radprofi Alberto Contador geht in die Offensive. Der dreifache Sieger der Tour de France droht Medien mit Verleumdungsklagen und forderte den Weltverband UCI in seinem Dopingfall zu schnellem Handeln auf. „Eine schnelle Lösung ist der beste Weg, die Spekulationen und Publikationen von falschen und diffamierenden Nachrichten über meine Person zu stoppen“, ließ Contador am Wochenende über seinen Sprecher Jacinto Vidarte erklären. Er drohte mit „rechtlichen Schritten“, nachdem ihm verschiedene Medien nach dem Nachweis der Clenbuterol-Erhöhung in seinem Urin auch Blutdoping unterstellten. Contador bestreitet nach wie vor vehement, je gedopt zu haben.

Contadors Heimatstadt Pinto steht derweil zu ihrem berühmtesten Sohn. In der spanischen 44 000-Einwohner-Stadt südlich von Madrid ist der Balkon des Rathauses als Zeichen der Unterstützung mit einem gelben Transparent versehen worden. Pintos sozialistischer Bürgermeister José Martín Nieto rief die Bürger auf, dem Beispiel zu folgen und an ihre Balkone und Fenster ebenfalls gelbe Tücher zu hängen. Dazu wurde eine Mitteilung des Rathauses verteilt, in der unter anderem zu lesen ist: „Pinto ist stolz auf Contadors makellose Laufbahn, seinen unbeugsamen Kampf gegen den Betrug im Radsport.“

  Contador behauptet, durch eine Lebensmittelverunreinigung auffällig geworden zu sein, weil er vor seiner positiven Kontrolle während der vergangenen Tour in Pau belastetes Kalbfleisch gegessen hatte. Mehrere Medien hatten zuletzt berichtet, bei einer weiteren Probe Contadors während der Tour seien durch Plastikrückstände Indizien für Blutdoping gefunden worden. Das belgische Magazin „Humo“ hatte ihn – auf einen anonymen Zeugen aus seiner Astana-Mannschaft gestützt – am Wochenende weiter in dieser Richtung beschuldigt. Hans-Michael Holczer, ehemaliger Teammanager beim Team Gerolsteiner, hat sich im „Kölner Stadtanzeiger“ derweil für eine Verdoppelung der Dopingsperre nach einem Erstvergehen auf vier Jahre ausgesprochen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben