Sport : Gelb-Rot statt des Wunders

Bremen verliert Klose durch Platzverweis und unterliegt Espanyol 1:2

Stefan Hermanns[Bremen]

Nach zwanzig Minuten war alles vorbei. Schiedsrichter Bertrand Layec zeigte Miroslav Klose zum zweiten Mal die Gelbe Karte und anschließend die Rote. Werder Bremen war nur noch zu zehnt, und das erhoffte Fußballwunder im Halbfinal-Rückspiel gegen Espanyol Barcelona wurde sehr unwahrscheinlich. Am Ende verlor Werder 1:2 (1:0), nach dem 0:3 im Hinspiel vor einer Woche hat Bremen damit das Finale verpasst. Dort stehen sich am 16. Mai in Glasgow nun Espanyol und der FC Sevilla gegenüber.

Die Zuschauer im Weserstadion und der an der Seitenlinie tobende Bremer Trainer Thomas Schaaf hatten mit dem Platzverweis gegen Klose ihren Buhmann in Schiedsrichter Layec aus Frankreich gefunden. Nahezu jeder Pfiff des Schiedsrichters wurde von den Rängen mit tausenden Pfiffen beantwortet. Für Klose hatte es vor dem Spiel nur vereinzelte Pfiffe gegeben, und Plakate waren keine zu sehen. Das Hin und Her um einen möglichen Transfer des Nationalstürmers, der am Tag vor dem Spiel bekannt gegeben hatte, nun doch bis 2008 bei Werder Bremen zu bleiben, nervte die Anhänger in der Stadt mehr, als dass es sie erzürnte. Und nach zwei Spielminuten gab es gestern auch schon Grund zum Jubeln. Hugo Almeida erlief sich einen weiten Zufallspass von Diego vor Barcelonas Torhüter Gorka Iraizoz und traf zur schnellen Führung. Klose hatte da schon seine erste Gelbe Karte gesehen, nachdem er in der ersten Minute ein Foul mit seinem Ellenbogen begangen und sich nachher über den Freistoß beim Schiedsrichter beschwert hatte.

Nach dem Führungstor spielte Bremen offensiv, und nach zwölf Minuten hätte Klose eine gute Chance gehabt, wenn ihm der Ball im Strafraum nicht versprungen wäre. Das Spiel wurde von beiden Mannschaften sehr aggressiv geführt, und nach zwanzig Minuten ließ sich Klose am linken Flügel theatralisch fallen, nachdem er nur leicht am Arm berührt worden war. Klose sah Gelb-Rot für die Schwalbe. Bis dahin hatte er sieben Ballkontakte, er war auf dem besten Wege gewesen, seine elf Ballkontakte aus dem Hinspiel zu übertreffen. Fortan war aber Hugo Almeida im Sturmzentrum der Bremer auf sich alleine gestellt. Große Chancen konnte sich Werder in Unterzahl nicht erspielen. Espanyol war nicht daran interessiert, über die Mittellinie zu kommen, und in Torhüter Iraizoz fanden die Zuschauer noch einen zweiten Buhmann. Iraizoz versuchte mit vorgeblichen Verletzungen schon in der ersten Halbzeit immer wieder, Zeit zu schinden.

Nach der Pause verstärkte Thomas Schaaf mit der Einwechslung von Kevin Schindler für Patrick Owomoyela die Offesive. Der erste ernste Angriff der Spanier im Spiel über die zuvor von Owomoyela bewachte rechte Seite führte aber zum Ausgleich. Bremens Torhüter Andreas Reinke, der den im Hinspiel vom Platz gestellten Tim Wiese vertrat, ließ die harmlose Hereingabe fallen, Coro brauchte nur noch einzuschieben. Bis dahin war Reinke, der schon am Wochenende beim 2:3 in Bielefeld gepatzt hatte, beschäftigungslos gewesen. Bremen hätte ihn zuvor wie beim Eishockey auch gegen einen zehnten Feldspieler als Ersatz für Klose austauschen können.

Zehn Minuten später ging Espanyol sogar 2:1 in Führung, als Jesus Lacruz nach einer Ecke per Kopf traf. Aber das spielte schon keine Rolle mehr. Selbst die Pfiffe wurden leiser und leiser.

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