Sport : Gelb-Violett jubelt

Die Füchse erkämpfen sich ein 34:34 in Hamburg

Erik Eggers[Hamburg]

Noch drei Sekunden zeigt die Uhr, längst sind alle aufgestanden. Dann ein Pfiff, Guillaume Gille zieht den Ball aus 13 Metern aufs Tor – doch Füchse-Torwart Jens Vortmann streckt den Fuß heraus und hält. Dann jubeln alle Männer in Gelb-Violett, denn die Füchse Berlin haben mit dem 34:34 (17:17) beim HSV Hamburg, dem Champions League-Teilnehmer, einen sensationellen Punkt entführt. „Einfach großartig“, schnaufte Kreisläufer Rico Göde. „Wir haben gekämpft wie die Schweine, und wir waren immer dran, das haben wir uns verdient.“

Er reckte immer wieder die Faust in die Höhe, peitschte sich und seine Nebenleute nach vorn: der 2,07 Meter große Göde spielte vor 7207 Zuschauern in Hamburg eine fast perfekte Anfangsviertelstunde. Der Kreisläufer setzte sich entschlossen gegen die aggressive 6:0-Deckung des Gastgebers durch und verwandelte seine ersten vier Würfe. In dieser Phase gelang der sehr gut eingestellten Füchse-Offensive fast alles. Und auch im Zentrum des eigenen 6:0-Abwehrverbandes, den Göde gemeinsam mit Michal Kubisztal organisierte, zerschellten die Hamburger Angriffsbemühungen. Beim 8:4 durch Rene Boese führte der Gast zum ersten Mal mit vier Toren, und als der Linkshänder Mark Bult zum 10:6 für die Gäste verwandelte, stöhnten die HSV-Fans entnervt auf.

Bei noch konsequenterer Spielweise hätten sich die Füchse womöglich vorentscheidend absetzen können. Doch einerseits ließen sie den polnischen Linkshänder im HSV-Rückraum, Marcin Lijewski, zu oft frei agieren; fünf Tore erzielte er allein in Halbzeit eins. Andererseits verspielten sie ein paar Bälle fahrlässig. Beim Schmelzen des Vorsprungs auf 10:8 nahm Füchse-Trainer Lommel eine Auszeit. Als Berlin in Unterzahl spielte, kam der HSV durch Stefan Schröder beim 14:13 zur ersten Führung. Aber die Füchse wehrten sich: Als der starke Christian Caillat zwei Sekunden vor der Pause trotz Unterzahl zum 17:17 traf, sprangen alle auf der Bank der Berliner auf.

Nach der Pause erhöhte der HSV das Tempo, wollte den Gegner übertölpeln. Doch Schröders zwei schnelle Tore konterten die Gäste zum 24:24, als Konrad Wilczynski einen Siebenmeter verwandelt hatte. Die Füchse blieben dran – obwohl sie drei Strafwürfe vergaben. Als Keeper Vortmann 30 Sekunden vor Ultimo einen Wurf Bertrand Gilles aus der Nahdistanz abwehrte, nutzte die Gäste die Chance: Regisseur Bartlomiej Jaszka traf acht Sekunden vor Schluss zum 34:34. Den Rest besorgte Vortmann.

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