Sport : Geld für den Sport

Staatssekretärin Zypries über die Aufbauhilfe nach der Flut

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Frau Zypries, viele Sportvereine sind von der Flut betroffen. Fußballplätze und Bootshäuser sind überschwemmt, Vereinsheime stehen vor dem Einsturz. Wie hilft die Bundesregierung?

Gemeinsam mit den Ländern haben wir ein Hilfsprogramm aufgelegt, um die Infrastruktur der Gemeinden wieder aufzubauen. Die Kommunen erhalten das Geld und können es für die Sanierung von Schulen, Kindergärten oder von geschädigten Sportvereinen verwenden.

Über die Verteilung entscheidet allein die Kommune?

Genau, das wird vor Ort entschieden. Der Bund redet da nicht rein, er gibt nur das Geld. Insgesamt umfasst das Programm ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro.

Das wird vielleicht nicht reichen. Der Deutsche Sportbund geht allein für die Vereine von Schäden in Höhe von einer halben Milliarde Euro aus.

Uns liegen bislang keine konkreten Zahlen vor. Es gibt aber noch mehr Fördertöpfe, die der Sport nutzen kann. Mit unserem Bundesprogramm Hochleistungssport zum Beispiel wollen wir den Wiederaufbau von Olympiastützpunkten und Bundesleistungszentren bezahlen.

Warum wird der Goldene Plan Ost, mit dem Bund, Länder und Kommunen den Bau von Sportstätten in Ostdeutschland fördern, nicht für die vom Hochwasser betroffenen Vereine genutzt?

Die Bundesländer können das durchaus tun. Wir haben die Mittel für das laufende Jahr bereits überwiesen und eine Verpflichtungsermächtigung für das kommende Jahr abgegeben. Das Geld ist also da. Nun müssen die Länder Prioritäten setzen und, wenn es sein muss, bisher angedachte Projekte verschieben, um überschwemmte Sportplätze wieder aufzubauen.

Der Vorsitzende des Sportausschusses, Ihr SPD-Parteifreund Friedhelm Julius Beucher, hat einen Sportcent gefordert. Fans sollen einen Aufschlag auf Eintrittskarten zahlen, um die Hilfe mitzufinanzieren.

Ich bin gegen einen Sportcent. Eine solche Abgabe würde nur zusätzlichen bürokratischen Aufwand mit sich bringen. Gerade jetzt muss aber die Hilfe schnell und direkt zu den Vereinen kommen.

Was kann der Sport dabei tun?

Die Hilfe von Verein zu Verein ist wichtig. Nicht geschädigte Klubs sollten sich um die betroffenen kümmern. Da muss man nicht unbedingt Geld sammeln. Da kann man auch mal rüberfahren und beim Aufräumen helfen.

Das Gespräch führte Robert Ide.

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