Sport : Geld geben

Hockey-Chef Wüterich über seine Deals mit dem Fernsehen

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Herr Wüterich, vor einem halben Jahr haben viele Zeitungen geschrieben, Sie hätten Ihrem n alle Ehre gemacht…

Das ist der Namenswitz, der jedem einfällt. Daran merkt man, ob jemand kreativ ist, was Witze angeht, oder nicht. Damals wurde das geschrieben, weil ich auf das Fernsehen sauer war. Und zwar zu Recht.

Sie haben das öffentlich-rechtliche Fernsehen als „Totengräber der olympischen Sportarten“ bezeichnet, weil es fast überhaupt nicht von der Hockey-WM in Malaysia berichtet hat. War das ein spontaner Wutausbruch oder eher eine gezielte Provokation?

Das war schon überlegt. Wir saßen damals in Malaysia, und keiner hat von uns Kenntnis genommen. Aber als die Mannschaft dann Erfolg hatte, musste schnell noch was gemacht werden. Ich habe mich auch weniger darüber aufgeregt, dass wir keine Medienpräsenz hatten. Die Anstalten wollten ja berichten. Ich habe mich darüber aufgeregt, dass sie nicht in der Lage waren, das ordentlich zu planen.

Es hat dann doch noch geklappt.

Ja, weil wir den Medienleuten dort auf die Schnelle Schnittplätze besorgt haben und Satellitenanschlüsse. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Auf der Arbeitsebene war das Verhältnis zum Fernsehen nie gestört. Das zeigt sich auch jetzt bei der Champions Trophy. Von beiden Seiten wird da sehr professionell gearbeitet. Nur mit der Leitungs- und Planungsebene hatten wir unsere Schwierigkeiten.

Bei der Champions Trophy überträgt der WDR alle Spiele der Deutschen. Heißt das: Man muss nur mal ordentlich auf den Tisch hauen, um ins Fernsehen zu kommen?

Mit Auf-den-Tisch-Hauen hat das nichts zu tun. Der WDR hat auch schon die Europameisterschaft der Damen außerordentlich gut betreut. Es war auch klar, dass der Sender bei der Champions Trophy etwas macht. Aber häufig arbeiten wir als Verbände den Medien nicht gut genug zu.

Sie tragen sogar die Produktionskosten für die Übertragung, rund 150 000 Euro. Ist es nicht eine bedenkliche Entwicklung?

Wir zahlen nicht dafür, damit wir ins Fernsehen kommen. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür. Natürlich gibt es Verbände, die das nicht schaffen können. Aber da muss man sich eben drum kümmern. Ich kann mir nicht immer alles servieren lassen. Ich muss auch selbst etwas tun.

Das Gespräch führte Stefan Hermanns.

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