Sport : Geld gegen Leistung

Mathias Klappenbach

Der Präsident zahlt jahrelang alles und macht sich entsprechend wichtig. Der Verein hat viel zu hohe Ambitionen, bis sich bei ausbleibendem Erfolg eine Abwärtsspirale in Gang setzt und der Mäzen die Lust verliert, weil nur seine Ausgaben gestiegen sind, nicht aber sein Ansehen. Irgendwann geht der Klub schließlich Pleite. So war es im Fußball, und so ist es immer noch.

Aber nicht mehr in der Bundesliga. Dort geht es für viele mittelständische Unternehmen darum, am Rande der Liquidität mit hohem Risiko sportlichen Erfolg zu haben, weil dies im Erfolgsfall auch finanziell sehr lohnend ist. Wer es in das Belohnungssystem aus Fernsehgeldern und internationalen Prämien geschafft hat, ist in der Aufwärtsspirale.

Da wollte auch Hertha BSC hin. Ohne großen Mäzen, sondern mit Managern aus Wirtschaft und Fußball. Finanzchef Ingo Schiller und Manager Dieter Hoeneß stunden Hertha nun im Rahmen des Sanierungskonzepts einen Teil ihres Gehaltes. Das ist ungewöhnlich, kommt aber ebenso in anderen Wirtschaftsunternehmen vor. Auch bei Hertha können sich die leitenden Angestellten keineswegs sicher sein, dass sie ihr Geld eines Tages zurückbekommen, weil es ab jetzt eine vom Erfolg abhängige Provision ist.

Bei Misserfolg oder sogar Abstiegsnöten verfehlt Hertha seine finanziellen Ziele. Das Geld gibt es nur, wenn Hertha nicht in die Abwärtsspirale gerät. Aufwärts wird es sowieso kaum gehen.

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